Die ersten Details zu Grand Theft Auto 6 haben eine hitzige Debatte in der Gaming-Community ausgelöst: Ist Rockstar Games mit seinem neuen Open-World-Titel zu realistisch geworden? Während einige Fans die Immersion loben, befürchten andere, dass der Spaß auf der Strecke bleibt.
Besonders die Ankündigung, dass Autos in GTA 6 einen Treibstofftank haben und an Tankstellen aufgefüllt werden müssen, sorgt für Gesprächsstoff. Co-Entwicklungsleiter Rob Nelson bestätigte in einem Interview mit dem Content Creator TGG, dass Spieler ihre Fahrzeuge reparieren und betanken können. Das Auffüllen dauere nur etwa zehn Sekunden und sei „normalerweise nicht sehr teuer“, so Nelson. Er betonte: „Das ist ziemlich schnell fürs Tanken. Darüber kann man sich nicht beschweren.“
Doch genau das tun viele Fans. Auf Social Media und Reddit häufen sich kritische Stimmen. Ein Nutzer schrieb: „In GTA 6 muss ich also essen, schlafen, ins Fitnessstudio gehen, meine Beziehung pflegen und mein Auto auftanken. Ist nicht der ganze Sinn eines Videospiels, Dinge zu tun, die man im echten Leben nicht kann? Dieser Ultra-Realismus klingt anstrengend.“ Andere sehen das gelassener und argumentieren, dass das Tanken für spannende Spielsituationen sorgen könnte, etwa wenn man während einer Verfolgungsjagd mit leerem Tank in den Sümpfen strandet und zu Fuß vor Polizei und Alligatoren fliehen muss.
Ein weiterer Streitpunkt sind die neuen Waffenmechaniken. Nelson erklärte, dass NPCs deutlich realistischer auf Waffen reagieren werden als in GTA 5. „Wenn du ein langes Gewehr auf dem Rücken trägst, sollte das in Ordnung sein. Wenn du es in der Hand hältst, mögen die Leute das nicht und beginnen, sich von dir zu entfernen“, sagte er. Auch die Polizei werde anders reagieren: „Wenn dich Cops sehen, geben sie dir eine Warnung. Wenn du eine Langwaffe mit beiden Händen hältst, als ob du bereit bist zu schießen, dann eskaliert die Situation.“
Diese Änderungen erinnern viele an Red Dead Redemption 2, das für seine ruhigen und bodenständigen Momente gelobt wurde, während GTA 5 vor allem für sein chaotisches Gameplay bekannt ist. Nelson begründete den Schritt mit veränderten Zeiten: „In GTA 5 kannst du vor den Augen der Leute eine Schrotflinte aus dem Nichts ziehen und sie reagieren nicht. Das funktioniert hier nicht mehr.“ Er verwies auf die höhere Auflösung und die benötigte Verhaltenskomplexität der Bevölkerung.
Die Reaktionen der Fans sind gemischt. Einige begrüßen die Entwicklung: „Ich bin für so viel Immersion, wie sie nur möglich ist. RDR2 ist das beste Spiel, das ich je gespielt habe, und ich liebe es, dass sie GTA 6 mehr daran angleichen“, schrieb ein Nutzer. Andere machen sich über die Neuerungen lustig: „Als Nächstes wird dich das Spiel dazu bringen, Steuererklärungen einzureichen“, scherzte jemand. Ein Reddit-Nutzer zeigte sich pragmatisch: „Wenn ich eine Waffe ziehe, werde ich wahrscheinlich etwas Schlimmeres tun als nur drohen, also ist das in Ordnung.“
Rockstar scheint sich des Balanceakts bewusst zu sein, bleibt aber bei seinem Kurs. GTA 6 verspricht nicht nur neue Gameplay-Mechaniken, sondern auch die bisher realistischste Karte der Serie. Das Spiel, das im November erscheinen soll, wird die Geschichte von Jason und Lucia erzählen und in einer von Miami inspirierten Vice City spielen. Ob der Realismus die Fans letztlich überzeugt oder abschreckt, wird sich zeigen.