Peter Farrelly hat mit «I Play Rocky» die Entstehungsgeschichte eines der bekanntesten Filme Hollywoods verfilmt. Im Mittelpunkt steht Sylvester Stallone, der als damals kaum bekannter Schauspieler das Drehbuch zu «Rocky» schrieb und damit seinen eigenen Durchbruch einleitete. Der Film feierte beim Toronto Film Festival Premiere und stieß bei den Kritikern auf ein überwiegend positives Echo.
Die zentrale Rolle des Stallone übernimmt Anthony Ippolito. Wie die Kritiken betonen, ist die Besetzung für ein Biopic dieser Art besonders entscheidend, weil das Publikum den echten Stallone vor Augen hat. Ippolito gelingt es, die Figur nicht als reine Imitation anzulegen, sondern ihr eine eigene Präsenz zu geben. Farrelly inszeniert die Geschichte als klassischen Crowd-Pleaser, der das Publikum dort abholt, wo die Legende ihren Anfang nahm.
Erzählt wird, wie aus einem Außenseiter der größte Star des Jahres 1976 wurde. «Rocky» war nicht nur der Film, der Stallone berühmt machte, sondern gilt bis heute als eine der bemerkenswertesten Hintergrundgeschichten der Filmindustrie. Ein unbekannter Darsteller setzt alles auf ein Skript, das er selbst geschrieben hat, und kämpft gegen die Widerstände eines Systems, das ihm keine Chance geben will. Genau diesen Stoff greift Farrelly auf und verdichtet ihn zu einem Film über Ehrgeiz, Selbstvertrauen und den Preis des Erfolgs.
Die Kritiken heben hervor, dass «I Play Rocky» dieselbe inspirierende Wirkung entfaltet wie das Original. Das ist keine Selbstverständlichkeit für ein Biopic, das sich an ein Publikum richtet, das den Ausgang der Geschichte längst kennt. Der Reiz liegt weniger in der Überraschung als in der Art und Weise, wie Farrelly die Stationen dieser Karriere nachzeichnet und dabei die Atmosphäre der siebziger Jahre einfängt.
Für das junge Publikum ist der Film auch ein Blick auf eine Zeit, in der das Kino anders funktionierte als heute. Kein Franchise, keine garantierte Fortsetzung, kein algorithmisch berechneter Erfolg — sondern ein Schauspieler, der sein Glück an ein einziges Drehbuch knüpfte. Diese Geschichte hat bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren und erklärt, warum «Rocky» weit über das Sportgenre hinaus als Kulturphänomen gilt.
Mit «I Play Rocky» reiht sich Farrelly in eine Reihe von Filmen ein, die sich mit der Entstehung von Klassikern beschäftigen. Das Interesse an solchen Stoffen ist ungebrochen, weil sie zeigen, wie zerbrechlich Erfolg sein kann und wie viel Zufall, Beharrlichkeit und Timing zusammenspielen müssen. Der Film feiert damit nicht nur Stallone, sondern auch die Idee, dass ein Außenseiter die Regeln des Systems verändern kann.
Ob «I Play Rocky» auch außerhalb der Festivals ein breites Publikum erreicht, wird sich zeigen. Die ersten Reaktionen deuten darauf hin, dass Farrelly einen Film gemacht hat, der sowohl Cineasten als auch Gelegenheitszuschauer anspricht. Wer die Originalgeschichte kennt, bekommt eine neue Perspektive auf ihre Entstehung; wer sie nicht kennt, bekommt eine Einführung in einen der wichtigsten Momente der Filmgeschichte.