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BSW nimmt Gesprächsangebot der AfD in Sachsen-Anhalt an

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will das BSW Gespräche mit der AfD über eine mögliche Zusammenarbeit führen. Alle anderen Parteien lehnen entsprechende Angebote ab.

Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - BSW nimmt Gesprächsangebot der AfD an, alle anderen lehnen ab
BSW nimmt Gesprächsangebot der AfD in Sachsen-Anhalt an
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Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) als bislang einzige Partei ein Gesprächsangebot der AfD angenommen. Das BSW will nach eigenen Angaben Gespräche mit der AfD über eine mögliche Zusammenarbeit führen. Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien haben entsprechende Angebote der AfD abgelehnt.

Die Entscheidung des BSW fällt in eine Phase der Regierungsbildung, in der die Mehrheitsverhältnisse im Magdeburger Landtag eine schwierige Koalitionsbildung erwarten lassen. Die AfD war bei der Wahl am 8. September 2026 zur stärksten Kraft geworden. Eine Regierungsbildung ohne oder gegen die AfD gilt rechnerisch als anspruchsvoll, da mehrere Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließen.

Das BSW hatte bereits im Wahlkampf eine skeptische Haltung gegenüber der bisherigen Regierungspolitik erkennen lassen und sich für diplomatische Initiativen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs eingesetzt. Die Partei war 2024 aus der Linkspartei hervorgegangen und tritt bundesweit bei Landtags- und Bundestagswahlen an. In Sachsen-Anhalt erreichte sie bei der Landtagswahl aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis und zog erstmals in den Landtag ein.

Die Ablehnung der anderen Parteien gegenüber der AfD ist parteiübergreifend. CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP haben eine Zusammenarbeit mit der AfD wiederholt ausgeschlossen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bekräftigte die Haltung seiner Partei, wonach es mit der AfD keine Koalition und keine gemeinsamen Regierungsprojekte geben werde. Auch die SPD schloss eine Zusammenarbeit aus.

Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), kritisierte unterdessen die Politik von CDU-Chef Friedrich Merz nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt. Haseloff sprach von einem «Suizid politischer Art», der am Laufen sei, und warnte vor einer weiteren Polarisierung. Haseloff war von 2011 bis 2026 Ministerpräsident des Landes und gehört zum moderaten Flügel der CDU.

Für die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt sind mehrere Szenarien im Gespräch. Nach Angaben des MDR gibt es drei Möglichkeiten, wie es zu Neuwahlen kommen könnte: eine gescheiterte Ministerpräsidentenwahl, die Selbstauflösung des Landtags oder eine Vertrauensfrage des Ministerpräsidenten. Sollte die Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag scheitern, könnte der Landtag aufgelöst werden und Neuwahlen könnten angesetzt werden.

Die AfD hatte nach der Wahl Gespräche mit allen demokratischen Parteien angeboten. Während das BSW das Angebot annahm, lehnten alle anderen Parteien ab. Die Gespräche des BSW mit der AfD könnten nach Einschätzung von Beobachtern die politische Landschaft in Sachsen-Anhalt verändern, da sie erstmals eine direkte Zusammenarbeit zwischen einer im Landtag vertretenen Partei und der AfD auf Landesebene ermöglichen könnten.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fand am 8. September 2026 statt. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei rund 70 Prozent. Die AfD erreichte rund 30 Prozent der Stimmen, die CDU rund 25 Prozent, das BSW rund 12 Prozent, die SPD rund 10 Prozent, die Grünen rund 6 Prozent und die Linke rund 5 Prozent. Die FDP verpasste den Einzug in den Landtag.

Die konstituierende Sitzung des neuen Landtags ist für den 1. Oktober 2026 geplant. Bis dahin müssen die Parteien eine Regierung bilden oder Neuwahlen vorbereiten. Die Gespräche zwischen BSW und AfD sollen in den kommenden Tagen beginnen. Ein Ergebnis ist offen.

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