Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber hat die bisherige Strategie der Union im Umgang mit der AfD scharf kritisiert. Die strikte Abgrenzung, gemeinhin als «Brandmauer» bezeichnet, sei für die Union zu einer «Riesenbelastung» geworden, sagte Weber nach Angaben mehrerer Medien. Er plädiert dafür, die harte Linie aufzuweichen.
Weber erklärte, die Brandmauer im Sinne von «die oder wir» müsse Geschichte sein. Diese Haltung sei nicht länger tragfähig und schade der CDU. Mit seiner Forderung bringt der CSU-Vize eine Debatte voran, die innerhalb der Union seit längerem schwelt. Bislang hatten sowohl CDU als auch CSU eine Zusammenarbeit mit der AfD auf Bundesebene ausgeschlossen.
Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Union in Umfragen unter Druck steht und über ihren Kurs gegenüber der AfD diskutiert. Weber, der auch Fraktionsvorsitzender der EVP im Europäischen Parlament ist, gilt als einflussreicher Vertreter der CSU. Sein Vorstoß dürfte die innerparteiliche Diskussion über den künftigen Umgang mit der AfD weiter anheizen.
Kritiker einer Annäherung warnen vor einem Kurswechsel, der das Profil der Union verwässern könnte. Befürworter argumentieren hingegen, die starre Abgrenzung verhindere politische Mehrheiten und stärke die AfD langfristig. Wie die Union auf Webers Vorstoß reagiert, ist bislang offen. Die Diskussion dürfte die Partei in den kommenden Wochen begleiten.