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Emmys vor der Hauptshow: Bad Bunny und „Widow’s Bay“ räumen ab

Schon eine Woche vor der großen TV-Gala stehen viele Emmy-Gewinner fest. Besonders stark starten „Widow’s Bay“, Bad Bunnys Halftime Show und „The Traitors“.

Wer bei den Emmys nur an den großen roten Teppich und die Live-Show denkt, verpasst einen ziemlich wichtigen Teil des Abends. Eigentlich sogar zwei Abende: Am 5. und 6. September wurden in Los Angeles bereits zahlreiche Preise der 78. Emmy Awards vergeben.

Die Zeremonien im Peacock Theater entsprechen weitgehend dem Bereich, der lange als Creative Arts Emmys bekannt war. Hier geht es um Kamera, Schnitt, Sound, Kostüme, Szenenbild, Reality-TV, Dokus, Variety-Shows und mehrere Schauspielkategorien. Die große Live-Übertragung folgt erst am 14. September — doch einige Serien kommen dann schon mit einem ganzen Stapel Trophäen zurück.

Ganz vorne liegt „Widow’s Bay“. Die Horror-Comedy von Apple TV gewann am Sonntag acht Emmys. Ausgezeichnet wurden unter anderem Casting, Szenenbild, Kamera, Musik und Sound. Betty Gilpin gewann außerdem als beste Gastdarstellerin in einer Comedyserie.

Das ist mehr als nur eine nette Zahl für die Pressemitteilung. Wenn ein Format in so vielen unterschiedlichen Gewerken gewinnt, bedeutet das: Nicht nur eine einzelne Performance kommt gut an, sondern viele Fachleute aus verschiedenen Bereichen finden die Serie stark.

Am Samstag war dagegen Bad Bunny der große Name. „The Apple Music Super Bowl LX Halftime Show Starring Bad Bunny“ gewann sieben Emmys — und damit alle Kategorien, in denen die Produktion an diesem Abend nominiert war. Dazu gehörten unter anderem Best Variety Special (Live), Regie, Choreografie, Musikleitung, Soundmix, Licht und technische Regie/Kameraarbeit.

„The Traitors“ holte sechs Preise. Alan Cumming gewann erneut als Host eines Reality- oder Reality-Wettbewerbsformats. „The Late Show with Stephen Colbert“ kam in seiner letzten Staffel auf fünf Emmys, „The Muppet Show“ auf vier und „Love on the Spectrum“ auf drei.

Auch bei den Schauspielpreisen gab es mehrere große Momente. Rob Reiner wurde posthum für seinen Gastauftritt in „The Bear“ ausgezeichnet. Ernest Harden Jr. gewann als Gastdarsteller in „The Pitt“, Shailene Woodley für „Paradise“. David Harbour und Linda Cardellini holten die beiden Nebenrollenpreise für Limited Series, Anthology Series oder TV-Movie mit „DTF St. Louis“.

Mariska Hargitay muss am 14. September nicht erst auf einen Emmy hoffen, wenn sie die Hauptshow moderiert. Sie gewann bereits zwei Preise für ihren Dokumentarfilm „My Mom Jayne: A Film by Mariska Hargitay“ — für die Regie und als bestes Documentary or Nonfiction Special.

Bei den Serien totals sieht es ebenfalls spannend aus: „DTF St. Louis“ gewann sechs Emmys, „Spider-Noir“ fünf, „The Pitt“ und „Pluribus“ jeweils vier. „Remarkably Bright Creatures“ wurde als Outstanding Movie ausgezeichnet, „South Park“ als Outstanding Animated Program.

Und auch die Streamingdienste führen längst ihre eigene Tabelle. Nach der Zählung von Variety liegt Apple TV nach den ersten beiden Nächten mit 20 Emmys vorn. HBO Max kommt auf 16, Netflix auf 13 und Amazon Prime Video inklusive MGM+ auf zehn.

Wer die beiden ersten Abende sehen will, bekommt am 12. September eine geschnittene Fassung auf FXX; am nächsten Tag ist sie auf Hulu verfügbar. Die große Emmy-Show läuft am 14. September live auf NBC und Peacock.

Bis dahin wird über die wichtigsten noch offenen Kategorien diskutiert. Aber die ersten Gewinner machen schon jetzt klar, welche Produktionen die Saison prägen: große Streamingserien, Reality-Hits und ein Super-Bowl-Auftritt, der beweist, dass Popmusik und TV-Handwerk längst Teil derselben Awards-Geschichte sind.

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