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Ukrainische Gemeinden verändern die orthodoxe Landschaft in Deutschland

Seit 2022 sind neue ukrainisch-orthodoxe Gemeinden entstanden, häufig in geliehenen katholischen oder evangelischen Kirchen. In Krefeld wird bereits Ukrainisch und Deutsch liturgisch verwendet – ein Hinweis auf den Übergang von der Flüchtlingsgemeinde zur lokalen Kirche.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die neue ukrainisch-orthodoxe Präsenz in Deutschland lässt sich nicht nur an Mitgliederzahlen messen. Sie verändert auch, wo orthodoxes Christentum stattfindet und welche Sprache dort gesprochen wird.

Nikolaj Thon, ehemaliger Generalsekretär der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, schätzte, dass seit dem Frühjahr 2022 mindestens 750.000 orthodoxe Christen neu nach Deutschland gekommen seien. Die Zahl ist eine Schätzung und kein exakter Zensus ukrainischer Gläubiger. Unstrittig ist aber, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die orthodoxe Gemeindelandschaft in Deutschland deutlich vergrößert und ausdifferenziert hat.

Viele neue ukrainische Gemeinden besitzen kein eigenes Kirchengebäude. Nach Angaben des Konfessionskundlichen Instituts und aus Berichten evangelischer Stellen finden Gottesdienste deshalb häufig in Räumen katholischer oder evangelischer Gemeinden statt. In Stuttgart stellt eine evangelische Gemeinde ihre Kirche für wöchentliche ukrainisch-orthodoxe Gottesdienste zur Verfügung.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Nähe. Orthodoxie ist für katholische und evangelische Nachbarn nicht mehr nur die Religion anderer Länder oder traditioneller Diasporagruppen. Sie erscheint im eigenen Kirchengebäude, im Stadtteil und im Alltag der Flüchtlingshilfe.

Auch institutionell ist die Entwicklung sichtbar. Bei einem Sobor der Ukrainischen Orthodoxen Kirche in der Diaspora war 2024 von 30 neu gegründeten ukrainisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland die Rede. Im Juli 2026 kamen in München Vertreter von mehr als 35 Gemeinden aus Deutschland und anderen Ländern Westeuropas zu einer Versammlung der westeuropäischen Eparchie zusammen.

Besonders aufschlussreich ist die Gemeinde Maria Schutz in Krefeld. Sie beschreibt ihre Liturgie ausdrücklich als ukrainisch und deutsch und lädt neben orthodoxen Gläubigen auch „Interessierte und Suchende“ ein. Damit überschreitet sie zumindest sprachlich die klassische Logik einer reinen Diasporagemeinde.

Für die erste Generation bleibt die ukrainische Sprache ein wichtiger Teil des kirchlichen Zuhauses. Für Kinder, gemischte Familien und Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben, wird Deutsch jedoch zwangsläufig wichtiger. Eine zweisprachige Liturgie kann beides verbinden: Erinnerung an die Herkunft und Verständlichkeit im neuen Umfeld.

Diese Entwicklung bedeutet nicht automatisch Missionserfolg im Sinne vieler Übertritte. Dafür fehlen belastbare Zahlen. Weder allgemeine Religionsstatistiken noch die verfügbaren kirchlichen Berichte belegen, dass seit 2022 in großem Umfang deutsche Katholiken oder Protestanten wegen ukrainischer Flüchtlinge orthodox geworden sind.

Was sich dagegen belegen lässt, ist die Entstehung einer Infrastruktur, in der solche Kontakte wahrscheinlicher werden. Die Gemeinden sind sichtbarer, näher und sprachlich zugänglicher. Menschen begegnen orthodoxen Priestern über Flüchtlingshilfe, ökumenische Kontakte, gemeinsame Gebäude oder persönliche Beziehungen.

Historisch ist das kein völlig neuer Prozess. Ukrainische orthodoxe Gemeinden in Nordamerika wurden zunächst ebenfalls von Einwanderern getragen und später zunehmend zweisprachig. Neu ist in Deutschland die Geschwindigkeit. Die heutige Migration findet in dicht vernetzten Städten statt, und viele Gemeinden beginnen ihr Leben bereits in enger Nachbarschaft zu anderen christlichen Kirchen.

Für die orthodoxe Landschaft Deutschlands könnte deshalb weniger die Frage entscheidend sein, wie viele neue Gemeinden nach 2022 gegründet wurden, sondern wie diese Gemeinden in zehn oder zwanzig Jahren aussehen. Wenn Deutsch dauerhaft Teil von Liturgie, Katechese und Gemeindeleben wird, kann aus einer ukrainischen Flüchtlingsgemeinde schrittweise eine lokale orthodoxe Gemeinde mit ukrainischer Prägung entstehen.

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