Disney hat Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Fortnite-Entwicklers Epic Games eine Absage erteilt. Dana Walden, Präsidentin und Chief Creative Officer von Disney, sagte in einem Interview mit Bloomberg Live, dass eine vollständige Übernahme derzeit kein Thema sei. «Das waren damals sehr ernsthafte Gespräche über eine Investition und eine Beteiligung», erklärte Walden mit Blick auf die 2024 getroffene Vereinbarung. «Das sind nicht die Gespräche, die wir gerade führen.»
Die Beziehung zwischen Disney und Epic Games hatte im Februar 2024 eine neue Dimension erreicht, als Disney eine Beteiligung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar an dem Unternehmen erwarb. Der damalige Disney-CEO Bob Iger bezeichnete die Partnerschaft als «Disneys bislang größten Einstieg in die Welt der Spiele». Ziel war es, Disneys Marken und Franchises mit der riesigen Fortnite-Community zu verbinden und ein neues Universum für Spiele und Unterhaltung zu schaffen. Seitdem wurde spekuliert, ob aus der strategischen Partnerschaft eines Tages eine vollständige Übernahme werden könnte.
Walden betonte jedoch, dass die aktuelle Zusammenarbeit bereits große Früchte tragen soll. Für die kommenden zwei Jahre kündigte sie «eine Reihe von Veröffentlichungen» an, die den Wert der Partnerschaft demonstrieren würden. Konkrete Details zu diesen Projekten nannte sie nicht. Bereits seit der Beteiligung gab es erste sichtbare Ergebnisse: So wurde ein exklusiver Fortnite-Skin für Disneyland veröffentlicht, und offiziell lizenzierte Star-Wars-Minigames sind in Fortnite verfügbar.
Die Spekulationen über eine Übernahme waren zuletzt durch Berichte angeheizt worden. Der Tech-Journalist Alex Heath hatte im März 2026 behauptet, einige Disney-Führungskräfte würden «auf den Moment warten», um eine Übernahme von Epic Games voranzutreiben. Im April 2026 berichtete Bloomberg zudem, dass Epic an einem Extraction-Shooter mit Disney-Charakteren arbeite, der im November 2026 erscheinen sollte. Eine offizielle Ankündigung zu diesem Projekt steht bislang aus.
Für Disney bleibt die Partnerschaft mit Epic Games dennoch ein zentraler Baustein seiner Gaming-Strategie. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mehrfach betont, wie wichtig der Spielemarkt für die Zukunft der Unterhaltungsbranche ist. Die 1,5-Milliarden-Dollar-Beteiligung war ein klares Signal, dass Disney diesen Sektor nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten will. Epic Games wiederum profitiert von der Strahlkraft der Disney-Marken, die neue Zielgruppen in Fortnite locken könnten.
Ob es in Zukunft doch noch zu einer Übernahme kommt, lässt Walden offen. Ihre Aussage, dass die Gespräche «gerade jetzt» nicht geführt werden, schließt eine spätere Transaktion nicht aus. Für den Moment setzt Disney jedoch auf die bestehende Partnerschaft und die angekündigten Projekte. Fans von Fortnite und Disney dürfen sich auf die kommenden Veröffentlichungen freuen, die in den nächsten zwei Jahren erscheinen sollen.