Nach der bekanntgewordenen schweren Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP sind viele betroffene Internetseiten wieder online. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab am Donnerstag jedoch keine Entwarnung: Die Gefahr sei noch nicht gebannt, teilte die Behörde mit. Zuvor hatten Betreiber weltweit Webseiten vorsorglich vom Netz genommen, um sich gegen mögliche Angriffe zu schützen.
Bundesdigitalminister Wildberger erklärte, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Webseiten und IT-Systeme des Bundes durch die Sicherheitslücke kompromittiert worden seien. Die Lücke war am Mittwoch öffentlich geworden. Sie betrifft PHP, eine weit verbreitete Programmiersprache, die auf einem Großteil der Webserver zum Einsatz kommt. Sicherheitsexperten hatten vor möglichen Angriffen gewarnt, woraufhin zahlreiche Betreiber ihre Dienste abschalteten oder Updates einspielten.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden im Zusammenhang mit der Lücke Millionen automatisierte Angriffsversuche registriert. Viele davon dürften automatisiert abgelaufen sein, ohne dass eine konkrete Kompromittierung nachgewiesen wurde. Die Behörden und Betreiber reagierten mit einer Mischung aus Notabschaltungen und dem Einspielen von Sicherheitsupdates. Inzwischen sind zahlreiche der zuvor offline genommenen Seiten wieder erreichbar.
Das BSI betonte, dass die Lage weiterhin aufmerksam beobachtet werde. Wer noch kein wichtiges Update installiert habe, bleibe verwundbar. Die Behörde riet Betreibern, die verfügbaren Patches zeitnah einzuspielen und ihre Systeme auf mögliche Anzeichen einer Kompromittierung zu prüfen. Eine vollständige Entwarnung sei erst möglich, wenn alle bekannten Schwachstellen geschlossen seien und keine weiteren Angriffe mehr drohten.
Die Sicherheitslücke hatte weltweit für Aufregung gesorgt, weil PHP auf vielen Servern im Einsatz ist und die Schwachstelle als «echtes Einfallstor» für Angreifer galt. Betroffen waren nicht nur kleine Websites, sondern auch Dienste größerer Anbieter. Die genauen Auswirkungen und die Zahl der tatsächlich kompromittierten Systeme sind bislang unklar. Das BSI und andere Sicherheitsbehörden arbeiten nach eigenen Angaben an einer umfassenden Bewertung der Lage.
Für Betreiber von Webseiten bedeutet der Vorfall einen erhöhten Handlungsbedarf. Experten empfehlen, nicht nur die PHP-Installation selbst zu aktualisieren, sondern auch eingesetzte Erweiterungen und Bibliotheken zu prüfen. Zudem sollten Zugriffsprotokolle auf verdächtige Aktivitäten kontrolliert werden. Ob die Lücke bereits aktiv ausgenutzt wurde, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Das BSI will seine Warnungen erst aufheben, wenn die Gefahr nachweislich gebannt ist.