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Ukrainische Orthodoxe in Waldshut werden Teil einer ungewöhnlichen europäischen Verbindung

Die Gemeinde um Priester Bohdan Hnatiuk gehört zur Apostolischen Orthodoxen Kirche und richtet sich an Ukrainer am Hochrhein. Ihre Einbindung in eine europaweite kirchliche Struktur wirft neue Fragen über Religion, Migration und soziale Netzwerke auf.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Für Waldshut-Tiengen beginnt diese Geschichte nicht in Straßburg, Brüssel oder Berlin, sondern in einer kleinen ukrainischen orthodoxen Gemeinde vor Ort. Die Apostolische Orthodoxe Kirche führt in ihrer Struktur die Gemeinde der Auferstehung des Herrn in Waldshut-Tiengen. Als Priester wird Bohdan Hnatiuk genannt. Im ukrainischsprachigen Gemeindekanal werden außerdem Gruppen in Lörrach und Singen aufgeführt.

Eine ausführliche Recherche von «Українська Німеччина» ordnet diese Gemeinde in einen größeren europäischen Zusammenhang ein. Dabei geht es nicht darum, einer lokalen Kirchengemeinde politische Aktivitäten zuzuschreiben, für die es keine Belege gibt. Interessant ist vielmehr, wie religiöse Strukturen nach 2022 zu Treffpunkten für Menschen geworden sind, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht und politische Emigration verbunden wurden.

Kirche als Anlaufstelle nach der Flucht

Der öffentliche Kanal der Gemeinde spricht Ukrainisch und richtet sich praktisch an Menschen, die in der Region leben. Dort geht es um Gottesdienste, persönliche seelsorgerische Unterstützung und den Aufbau von Gemeinden. In älteren Beiträgen wurde auch ein deutscher Gesprächsklub nach dem Gottesdienst angekündigt. Das zeigt die alltägliche Seite einer Diasporagemeinde: Religion, Sprache und Integration liegen eng beieinander.

Die Zugehörigkeit zur Apostolischen Orthodoxen Kirche macht den Fall besonders. Diese Kirche beruft sich in ihrer Geschichte unter anderem auf den sowjetischen Dissidenten und Priester Gleb Jakunin. Ihr heutiger Primas Grigory Mikhnov-Vaitenko war nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine mit einer umfangreichen Hilfsstruktur für ukrainische Geflüchtete verbunden. Nach seinen Angaben wurden bis März 2024 rund 40.000 Anfragen bearbeitet.

Damit kam eine kleine unabhängige Kirche mit einem ungewöhnlich großen humanitären Netzwerk in Berührung. Helfer, Spender, Juristen, Flüchtlinge und politische Menschenrechtsmilieus trafen aufeinander. Die Gemeinde in Waldshut ist eine andere, ukrainisch geprägte Ausprägung derselben kirchlichen Struktur.

Von Waldshut nach Berlin und Straßburg

Weitere Gemeinden der Apostolischen Orthodoxen Kirche befinden sich in Berlin und Straßburg. In Berlin trat Priester Igor Manannikov im Reforum Space auf. Das Zentrum unterstützt nach eigenen Angaben antikriegs- und prodemokratische Projekte, bietet Coworking, Veranstaltungen, Beratung und Vernetzung und nennt mehr als hundert residenten Projekte.

In Straßburg registrierte die Kirche 2024 eine Gemeinde. Seit Anfang 2026 arbeitet dort außerdem die Plattform der Parlamentarischen Versammlung des Europarates für den Dialog mit russischen demokratischen Kräften. Zu den Teilnehmern gehören bekannte Oppositionspolitiker, Menschenrechtler und Natalia Arno, Präsidentin der Free Russia Foundation.

Für eine lokale Einordnung ist die Grenze wichtig: Diese parallelen Standorte beweisen keine politische Steuerung durch die Kirche. Es gibt keine öffentlich belegte Befehlskette zwischen Waldshut, Reforum, der Free Russia Foundation und dem Europarat. Wer aus der gemeinsamen Geografie sofort ein geheimes Netzwerk ableitet, geht weiter als die verfügbaren Fakten.

Warum der Fall für die Region trotzdem relevant ist

Waldshut-Tiengen liegt in einem der beweglichsten Grenzräume Europas. Menschen pendeln zwischen Deutschland und der Schweiz, Unternehmen arbeiten grenzüberschreitend, und seit 2022 sind viele ukrainische Familien hinzugekommen. In diesem Umfeld kann eine Gemeinde schnell mehr sein als ein Gottesdienstort: Sie wird zur Adresse für Sprache, Kontakte, Orientierung und gegenseitige Hilfe.

Genau darin liegt der eigentliche politische Gehalt der Geschichte. Gesellschaftlicher Einfluss entsteht nicht nur in Parteien oder Behörden. Er kann dort beginnen, wo Menschen einander vertrauen, Informationen austauschen und Zugang zu anderen Milieus erhalten.

Ob die Waldshuter Gemeinde künftig tatsächlich eine größere Vermittlerrolle übernimmt, bleibt offen. Sichtbar ist aber schon jetzt, dass eine lokale religiöse Initiative Teil einer weit verzweigten europäischen Exil- und Hilfslandschaft geworden ist. Für eine Stadt am Hochrhein ist das eine Entwicklung, die genaueres Hinsehen verdient.

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