US-Präsident Donald Trump und Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sind am Rande der UN-Generaldebatte in New York erstmals persönlich zusammengekommen. Das Gespräch habe der Stärkung der bilateralen Beziehungen gedient, teilte Rodríguez auf der Plattform X mit und veröffentlichte ein Foto, das beide lächelnd zeigt. Die Unterredung fand unter Ausschluss der Presse statt.
US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Begegnung als kurz, aber wichtig. Die Vereinigten Staaten wollten Venezuela beim wirtschaftlichen Wiederaufbau und bei der Herstellung von Stabilität unterstützen. Zugleich sollten die Voraussetzungen für freie und faire Wahlen geschaffen werden. Nach Angaben von Rodríguez ging es bei dem Gespräch unter anderem um eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau und Sicherheit. Sie dankte Trump und seiner Regierung zudem für die Unterstützung nach den schweren Erdbeben in Venezuela Ende Juni sowie für die Hilfe bei der Wiedereingliederung des Landes in multilaterale Organisationen.
Das Treffen markiert einen weiteren Schritt der Annäherung zwischen Washington und Caracas nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Nicolás Maduro. Die USA hatten Anfang des Jahres bei einem Angriff auf Venezuela Maduro und dessen Ehefrau gefangengenommen. Beide sitzen derzeit in einem New Yorker Gefängnis wenige Kilometer vom UN-Gebäude entfernt, in dem das Treffen stattfand. Ihnen soll wegen angeblicher Verwicklung ins internationale Drogengeschäft der Prozess gemacht werden. Rodríguez war zuvor Vizepräsidentin unter Maduro und übernahm danach als geschäftsführende Präsidentin die Führung des südamerikanischen Landes.
Seitdem arbeitet Venezuela enger mit den USA zusammen, die die riesigen Ölvorkommen des Landes zu ihren Gunsten nutzen wollen. Ende vergangenen Monats hatte Trump mitgeteilt, dass dazu eine Absprache mit Rodríguez getroffen worden sei. Über ein privates Unternehmen hätten sich die USA die mehrheitliche Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel Ölreserven gesichert. Das entspricht rund einem Fünftel der geschätzten Vorkommen Venezuelas. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Sicherung der Energieinteressen gelten damit als zentrale Pfeiler der neuen bilateralen Beziehungen.
Das persönliche Treffen der beiden Politiker unterstreicht die gewachsene Bedeutung der Beziehungen zwischen Washington und Caracas. Beobachter werten die Begegnung als Zeichen dafür, dass die USA nach dem Ende der Maduro-Ära auf eine stabile und wirtschaftlich geordnete Entwicklung Venezuelas setzen. Offen bleibt, wie schnell die angekündigten freien Wahlen tatsächlich umgesetzt werden können und welche Rolle die geschäftsführende Präsidentin dabei spielen wird.