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US-Botschafterin Guilfoyle soll Griechenland mit Regierungssturz gedroht haben

Die US-Botschafterin in Athen, Kimberly Guilfoyle, soll bei einem Abendessen angedeutet haben, Washington könne Regierungen stürzen – kurz darauf fiel die rumänische Regierung. Guilfoyle und Athen dementieren.

Trump-Vertraute soll Griechenland bei Abendessen gedroht haben
US-Botschafterin Guilfoyle soll Griechenland mit Regierungssturz gedroht haben
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Die US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle, steht im Zentrum eines Berichts des «Wall Street Journal», wonach sie bei einem Abendessen in Athen angedeutet haben soll, die USA könnten am Sturz ausländischer Regierungen beteiligt sein. Das Treffen fand nach Angaben der Zeitung im März 2026 statt, anwesend waren neben Guilfoyle auch griechische und US-amerikanische Beamte. Guilfoyle ist eine langjährige Vertraute von US-Präsident Donald Trump und seit 2025 Botschafterin in Athen.

Laut dem Bericht geriet Guilfoyle im Laufe des Abends mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou aneinander. Mit Blick auf den damals unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch der rumänischen Regierung soll sie gesagt haben: «Das können wir mit jedem Land machen, das wir wollen. Das können wir auch hier.» Die Diskussion sei hitziger geworden, Papastavrou habe entgegnet, die USA könnten eine demokratisch gewählte griechische Regierung nicht einfach ersetzen. Ein Anwalt Guilfoyles wies die Darstellung zurück, ebenso die griechische Regierung. Regierungssprecher Pavlos Marinakis erklärte, es habe zu keinem Zeitpunkt eine Drohung gegen die Regierung gegeben.

In Rumänien brach die Regierung tatsächlich kurze Zeit später zusammen. Im April 2026 entzogen die Sozialdemokraten Ministerpräsident Ilie Bolojan ihr Vertrauen, am 5. Mai fand im Parlament ein Misstrauensantrag gegen die Regierung eine Mehrheit. Seither führt das Kabinett die Geschäfte nur noch geschäftsführend. Rumänische Medien berichten zudem von einem Video, das Guilfoyle beim Abendessen mit dem Vorsitzenden der rumänischen Sozialdemokraten, Sorin Grindeanu, einem ehemaligen sozialdemokratischen Energieminister und einem Präsidentenberater zeigen soll. Das Video soll am 31. März 2026 entstanden sein.

Im Zentrum der Spekulationen steht ein möglicher Zusammenhang mit US-Gaslieferungen. Die Regierung Bolojan hatte sich gegen zusätzliche Importe von Flüssiggas aus den USA gestellt. Ob die Vorgänge zusammenhängen, ist ungeklärt. Grindeanu bestritt in der rumänischen Tageszeitung «Adevarul», mit Guilfoyle über Gaslieferverträge gesprochen zu haben. Eine Beteiligung der USA an der Absetzung der rumänischen Regierung dementierte er ebenfalls. Ein Treffen mit der US-Botschafterin an sich bestritt er jedoch nicht. Er habe mit ihr über regionale Energieprojekte und insbesondere über den Vertikalen Gaskorridor gesprochen.

Der Vertikale Gaskorridor ist ein europäisches Infrastrukturprojekt, das unter anderem US-amerikanisches Flüssiggas von Griechenland über Bulgarien und Rumänien bis in die Ukraine und nach Moldau transportieren soll. Guilfoyle bereiste in der Vergangenheit bereits die Balkanstaaten, um das Projekt voranzutreiben. Die ehemalige Staatsanwältin und Ex-Fox-News-Moderatorin war mehrere Jahre mit Donald Trump Jr. liiert. Nach Bekanntwerden der Trennung Ende 2024 kündigte der damals designierte Präsident Trump an, Guilfoyle als Botschafterin in Griechenland nominieren zu wollen.

Die Vorwürfe berühren ein sensibles Verhältnis: Griechenland ist NATO-Mitglied und enger Partner Washingtons, zugleich aber auf stabile demokratische Verfahren bedacht. Eine offene Einmischung in innere Angelegenheiten wäre diplomatisch heikel. Die griechische Regierung wies die Darstellung daher entschieden zurück. Guilfoyles Anwalt nannte den Bericht falsch. Unabhängig bestätigt sind die Vorgänge bislang nicht. Die rumänische Regierungskrise hingegen ist dokumentiert: Der Misstrauensantrag vom 5. Mai 2026 beendete die Amtszeit Bolojans, seither ist das Land politisch gelähmt. Ob die Äußerungen Guilfoyles dabei eine Rolle spielten, bleibt offen.

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