Warner Bros. Discovery hat die Fortsetzung von Hogwarts Legacy in einem aktuellen Unternehmensdokument ausdrücklich verankert. Im Aktionärsbrief zum zweiten Quartal 2026 nennt der Konzern die „zweite Ausgabe von Hogwarts Legacy“ als Teil seiner wachsenden Spiele-Pipeline.
Die Formulierung steht in einem Abschnitt über das Studios-Geschäft. Games bleibe ein wichtiger Wachstumshebel, schreibt WBD, und solle künftig einen deutlich stärkeren Beitrag zur Profitabilität leisten. Zugleich setzt das Unternehmen auf weniger Titel, in die es mit höherer Überzeugung investiert.
Für Spieler ist die Botschaft klar, die Details sind es nicht. Der Brief nennt weder einen Veröffentlichungstermin noch Plattformen, einen endgültigen Namen, eine Handlung oder Gameplay-Neuerungen. Es handelt sich um eine offizielle Bestätigung des Projekts, nicht um die eigentliche Produktpräsentation.
Der Vorgänger liefert den wirtschaftlichen Grund für die Fortsetzung. Warner Bros. Games meldete im Dezember 2025 mehr als 40 Millionen verkaufte Exemplare weltweit und bezeichnete Hogwarts Legacy als den größten Spiele-Release in der eigenen Geschichte.
Entwickelt wurde das Original von Avalanche Software und unter dem Label Portkey Games veröffentlicht. Die Handlung spielt im 19. Jahrhundert. Spieler beginnen als Fünftklässler in Hogwarts, lernen Zauber, erkunden Schloss und Umgebung und erleben eine Geschichte, die lange vor Harry Potters Schulzeit angesiedelt ist.
Der erste große Start erfolgte im Februar 2023 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Später folgten PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch, danach auch eine Version für Switch 2. Die gestaffelte Veröffentlichung verlängerte den Verkaufszyklus über mehrere Hardware-Generationen.
Dass ein Nachfolger geplant ist, war schon vorher bekannt. 2024 sagte der damalige Chef von Warner Bros. Interactive Entertainment, David Haddad, gegenüber Variety, das Unternehmen arbeite bereits an einer Fortsetzung. Er bezeichnete sie als hohe Priorität und sprach von einer Abstimmung einiger großer erzählerischer Linien mit der Harry-Potter-Serie für HBO.
Das ist nicht gleichbedeutend mit einer gemeinsamen Handlung. Die Zeiträume liegen weit auseinander. Es zeigt vielmehr, dass Warner Bros. seine Potter-Projekte als zusammenhängendes Franchise plant, bei dem Fernsehen, Spiele und andere Angebote in derselben Welt funktionieren sollen.
Parallel hat Warner Bros. Games seine Struktur deutlich gestrafft. 2025 wurden drei Studios geschlossen und Wonder Woman eingestellt. Künftige Investitionen sollten sich auf Harry Potter, Mortal Kombat, DC und Game of Thrones konzentrieren. Die zweite Hogwarts-Legacy-Ausgabe ist nun eines der sichtbarsten Ergebnisse dieser Entscheidung.
Der nächste Schritt dürfte deshalb deutlich weniger nüchtern ausfallen. Erst ein Trailer oder eine eigene Präsentation wird zeigen, wie die Entwickler die bekannte Welt erweitern wollen und wann das Spiel tatsächlich erscheint. Die Existenz des Projekts ist nun offiziell; seine Form bleibt das eigentliche Geheimnis.