Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) soll Bärbel Bas als Bundesarbeitsminister folgen. Das erfuhr t-online aus Parteikreisen. Bas hatte ihre politischen Ämter als SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin am Montag aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt. Schweitzer gilt als enger Vertrauter des früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Beck.
Beck hatte den damals 30-jährigen Juristen 2013 als Ministerpräsident in Mainz zum Sozialminister berufen. 2024 war Schweitzer zum Regierungschef in Rheinland-Pfalz aufgestiegen. Die Wahl im März dieses Jahres hatten seine Sozialdemokraten gegen CDU-Herausforderer Gordon Schnieder verloren. Seither war über Schweitzers Wechsel in die Bundespolitik spekuliert worden. Zuletzt führte der 53-Jährige die SPD-Fraktion im Mainzer Landtag.
Der Sohn eines Binnenschiffers war im Alter von 16 Jahren in die SPD eingetreten. Beck hatte das Talent des 2,05 Meter großen Politikers früh erkannt und Schweitzers Aufstieg gefördert. 2006 war der SPD-Politiker erstmals in den Mainzer Landtag eingezogen. Sein Schwerpunkt war stets die Sozialpolitik. Die SPD stärkt mit Schweitzers Berufung ihr linkes Profil.
Zur Bedeutung sozialpolitischer Themen hatte Schweitzer zuletzt dem Wochenblatt «Die Zeit» erklärt: «Die Wahl in Berlin hat gezeigt, dass eine Partei, die sich auf dieses Thema konzentriert, Menschen für sich gewinnen kann – auch wenn sie aus meiner Sicht Lösungen anbietet, die nur auf den ersten Blick funktionieren.»
Rheinland-Pfalz gilt als Reservoir für SPD-Führungskräfte. Neben Kurt Beck stammen auch die SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles und Rudolf Scharping aus dem Landesverband. Schweitzer absolvierte vor seinem Jura-Studium die Gesamtschule im pfälzischen Bad Bergzabern. Dort hatte auch der frühere Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos, vorher FDP) sein Abitur gemacht.
Mit der Personalie setzt die SPD ein deutliches Zeichen in der Sozialpolitik. Schweitzer bringt Regierungserfahrung aus Rheinland-Pfalz mit und steht für eine traditionell arbeitsmarktpolitische Ausrichtung. Ob der Wechsel nach Berlin auch eine Neuausrichtung der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik bedeutet, bleibt abzuwarten. Die offizielle Bestätigung der Personalie steht noch aus.