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Steinmeier verhängt bundesweite Schweigeminute gegen Extremismus – 83 Millionen Bürger müssen gleichzeitig die Klappe halten

Der Bundespräsident ordnet zum Tag der Deutschen Einheit eine landesweite, minutiös getaktete Schweigeminute an. Wer zu früh spricht, wird von Ordnungskräften freundlich auf den nächsten Schweigeabschnitt verwiesen.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Tag der Deutschen Einheit eine bundesweite Schweigeminute angeordnet, die exakt 60 Sekunden dauert und für alle 83 Millionen Einwohner gleichzeitig gilt. Die Maßnahme richtet sich gegen politische Demagogie extremistischer Kräfte und wird von einem eigens eingerichteten Bundesamt für kollektive Stille überwacht.

In Bremen, wo das Einheitsfest bereits begonnen hat, wurden 14.000 eigens geschulte Stille-Beauftragte in Warnwesten auf die Straßen geschickt. Sie tragen Schilder mit der Aufschrift «Jetzt nicht». Wer während der Minute ein Wort äußert, wird freundlich auf den nächsten Schweigeabschnitt verwiesen, der alle 15 Minuten wiederholt wird, bis die Botschaft angekommen ist.

Die Bundesregierung hat angekündigt, die Schweigeminute zu einer Dauerregelung auszubauen. Ab kommender Woche sollen alle Amtsträger bei jeder öffentlichen Äußerung zunächst 60 Sekunden schweigen und erst danach sprechen. Der Bundespräsident selbst hielt seine Rede zur Einheit vollständig schweigend und ließ den Text von einem Beamten in Gebärdensprache übersetzen.

Die Opposition kritisierte die Maßnahme als «Übergriff in die Privatsphäre des Atems». Ein Sprecher des Bundesamts für kollektive Stille entgegnete, man prüfe derzeit, ob auch das Denken während der Schweigeminute genehmigungspflichtig sei. Erste Anträge seien eingegangen.

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