Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat mit einer Szene aus der ZDF-Dokumentation «Inside CDU» für Spott und kritische Reaktionen in den sozialen Netzwerken gesorgt. In der zweiten Staffel der Doku ist zu sehen, wie der 33-Jährige einen Strandkorb auf den Balkon vor seinem Büro im Kanzleramt bringen lässt. «Ja, das sieht doch super aus», sagt Amthor, als der Strandkorb von einem Lieferanten ins Freie gerollt wird. Anschließend erklärt er, wie das Möbelstück ausgerichtet werden soll: «Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich den mal nutze zum Erholen, dann kann ich mir den immer noch in den Kanzlergarten drehen.»
Die Szene löste zahlreiche Reaktionen aus. Wie die «Bild»-Zeitung zuerst berichtete, schrieben mehrere Instagram-Nutzer, sie hätten die Aufnahme zunächst für Satire oder für KI-generierte Inhalte gehalten. Andere warfen Amthor Überheblichkeit vor. Ein Nutzer sprach von «spätrömischer Dekadenz im Endstadium». Einige reagierten jedoch mit Humor: «Ach irgendwie ist das lustig mit dem Strandkorb. Ich gönne ihm den Strandkorb», schrieb eine Nutzerin unter einem Beitrag. Allein ein Instagram-Beitrag des Formats «ZDF heute» zu Amthor in «Inside CDU» wurde bis Sonntagabend mehr als 1.600 Mal kommentiert.
Amthor gilt seit Jahren als politisches Talent und zugleich als Reizfigur. Mit 24 Jahren zog er 2017 erstmals in den Bundestag ein. Bis vor kurzem war er Digital-Staatssekretär, seit knapp zwei Monaten ist er Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt. Er stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Strandkörbe die Strände der Ostseeküste prägen. Die Verbindung zu seiner Heimat könnte die Anschaffung erklären, doch in der aufgeheizten Stimmung der sozialen Medien wird die Szene vor allem als Zeichen von Realitätsferne gedeutet.
Die Dokumentation «Inside CDU» begleitet die Partei und ihre Protagonisten. Die zweite Staffel wurde kürzlich veröffentlicht. Die Strandkorb-Szene ist nur ein Ausschnitt, polarisiert aber stark. Während einige Nutzer Amthors Auftritt als amüsant empfinden, sehen andere darin eine Distanz zu den Alltagssorgen der Bevölkerung. Ob die Affäre seiner Partei schadet, ist offen. Klar ist, dass die sozialen Netzwerke empfindlich auf Symbole reagieren, die als Privilegien gedeutet werden können.
Amthor selbst hat sich zu den Reaktionen bislang nicht öffentlich geäußert. Das Kanzleramt und die CDU haben die Szene nicht kommentiert. Die Diskussion dürfte jedoch weiterlaufen, da die Dokumentation in den kommenden Wochen weitere Einblicke liefern soll. Für Amthor, der als Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen eine wichtige Schnittstellenfunktion innehat, könnte der Spott kurzfristig unangenehm werden. Langfristig wird sich zeigen, ob die Episode an ihm haften bleibt oder ob der Medienrummel wie so oft schnell verfliegt.