Penélope Cruz und Regisseur Florian Zeller haben bei den Contenders in London ihren gemeinsamen Film «Bunker» vorgestellt. Der Psychothriller, den Zeller geschrieben, produziert und inszeniert hat, zeigt Cruz als Ehefrau ihres realen Ehemanns Javier Bardem. Die Figuren geraten in einer zunehmend unsicheren Welt an emotionale und moralische Grenzen.
Cruz betonte bei der Veranstaltung, dass die reale Beziehung zu Bardem kein dramaturgisches Werkzeug sein sollte. Sie habe von Anfang an gewusst, dass Zeller nichts aus der privaten Verbindung der beiden manipulieren würde. Diese Haltung habe das Vertrauen in die Zusammenarbeit geprägt und es beiden ermöglicht, sich ganz auf die Rollen einzulassen, ohne dass die Grenze zwischen Privatleben und Fiktion verwischt werde.
Der Film entsteht nach einem Drehbuch von Zeller, der bereits mit psychologisch vielschichtigen Stoffen international Aufmerksamkeit erregt hat. «Bunker» wird als psychologischer Thriller beschrieben, in dem die Hauptfiguren mit einer Welt konfrontiert sind, die zunehmend unsicher und unberechenbar erscheint. Die emotionale und moralische Belastung der Figuren steht im Zentrum der Handlung. Cruz und Bardem, die seit Jahren auch privat ein Paar sind, treten damit erstmals unter der Regie Zellers gemeinsam vor die Kamera.
Die Präsentation in London war Teil der Contenders-Reihe, bei der Filmschaffende ihre aktuellen Projekte einem Fachpublikum vorstellen. Cruz und Zeller sprachen dort über die Entstehung des Films und die besondere Konstellation, dass ein reales Ehepaar ein Ehepaar auf der Leinwand verkörpert. Solche Konstellationen bergen für Produktionen oft die Gefahr, dass das Publikum die private Beziehung vor die Figuren stellt. Cruz machte deutlich, dass genau das hier vermieden werden sollte.
«Bunker» ist damit ein weiteres Beispiel für Zellers Interesse an kammerspielartigen, psychologisch aufgeladenen Erzählungen. Der Regisseur hat sich mit Filmen einen Namen gemacht, die sich stark auf die Innenwelt ihrer Figuren konzentrieren und moralische Dilemmata in den Vordergrund rücken. Mit Cruz und Bardem stehen zwei international bekannte Darsteller im Zentrum, die für ihre intensive Rollenarbeit bekannt sind. Die Kombination aus einem erfahrenen Regisseur und einem prominenten Schauspielerpaar dürfte dem Film bereits vor dem Kinostart große Aufmerksamkeit sichern.
Ein genauer Starttermin für «Bunker» wurde im Rahmen der Veranstaltung nicht genannt. Die Produktion befindet sich nach Angaben des Teams in der Phase, in der die fertigen Szenen präsentiert werden. Für Cruz ist die Rolle eine weitere Zusammenarbeit mit einem europäischen Autorenfilmer, nachdem sie in den vergangenen Jahren sowohl in großen internationalen Produktionen als auch in kleineren, künstlerisch ambitionierten Filmen zu sehen war. Bardem wiederum gilt als einer der profiliertesten spanischen Schauspieler seiner Generation.
Die Frage, wie nah die Rollen an der privaten Realität der beiden liegen, dürfte das Publikum dennoch beschäftigen. Cruz' Aussage, Zeller habe nichts aus der echten Beziehung der beiden herauspressen wollen, setzt hier einen bewussten Kontrapunkt. Der Film soll offenbar nicht von der Prominenz des Paares leben, sondern von der psychologischen Spannung seiner Geschichte. Ob das gelingt, wird sich zeigen, wenn «Bunker» in die Kinos kommt.