Borussia Dortmunds Abwehrspieler Ramy Bensebaini muss nach seiner Roten Karte im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen den FC Bayern München womöglich für den DFB-Pokal gesperrt werden. Der Algerier war in der Nachspielzeit des Duells im Mittelfeld überhart gegen Ismael Saibari eingestiegen und von Schiedsrichter Daniel Schlager mit glatt Rot vom Platz gestellt worden.
Dortmunds Sportdirektor Ole Book zeigte nach der Partie wenig Verständnis für die Entscheidung des Unparteiischen. „Ich fand jetzt die Rote Karte sehr hart für ihn“, sagte Book. Die Bewertung des Referees könnte für Bensebaini dennoch konkrete Folgen haben, denn das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes ahndet derartige Vergehen in der Regel mit einer Sperre, die über das eigentliche Spiel hinausgeht.
Einen Präzedenzfall gibt es aus dem Franz-Beckenbauer-Supercup der Saison 2024/25. Im Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart sah Leverkusens Stürmer Martin Terrier nach einem Einsteigen gegen Stuttgarts Ermedin Demirovic die Rote Karte. Der Franzose wurde daraufhin für zwei Spiele im DFB-Pokal gesperrt. Eine ähnliche Strafe könnte nun auch Bensebaini drohen, sollte das Sportgericht den Fall ähnlich bewerten.
Für Borussia Dortmund hätte eine solche Sperre unmittelbare Auswirkungen. Wegen der Teilnahme am Supercup tritt der Verein erst Anfang September in der ersten Pokalrunde an. Im Hamburger Volksparkstadion treffen die Schwarz-Gelben dann auf den Oberligisten Hamburg-Eimsbütteler-Ballspiel-Club. Sollte Bensebaini gesperrt werden, würde er für diese Partie ausfallen.
Der Supercup selbst war für den BVB bereits am Samstagabend gelaufen, die Niederlage gegen den Rekordmeister dürfte die Gemütslage in Dortmund ohnehin getrübt haben. Nun kommt die mögliche Sperre für einen der defensiven Leistungsträger hinzu. Der Klub hofft offenbar darauf, dass das Sportgericht die Rote Karte als ausreichende Strafe betrachtet und auf eine zusätzliche Sperre verzichtet. Angesichts des Falls Terrier aus der Vorsaison dürfte diese Hoffnung jedoch eher gering sein.