Wireva

Linke verschärft Kampagne gegen Vonovia nach Mieterbeschwerden

Die Linke plant eine systematische Kampagne gegen Deutschlands größten Wohnungskonzern Vonovia. Nach 674 Mieterbeschwerden will die Partei die Geschäftspraktiken des Konzerns aufdecken und Druck aufbauen. Vonovia weist die Kritik zurück und verweist auf Sozialwohnungen und Neubaupläne.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Linke will ihre Kampagne gegen Deutschlands größten Wohnungskonzern Vonovia deutlich verschärfen. Nach Angaben der Partei haben sich seit Mai 2026 insgesamt 674 Vonovia-Mieter mit Problemen an die Partei gewandt. Die meisten Beschwerden beträfen Mängel wie Schimmel, Wasserschäden oder defekte Aufzüge, gefolgt von Klagen über die Miethöhe und Nebenkosten. Parteichef Luigi Pantisano hat dazu ein internes Papier vorgelegt, das der Partei als Grundlage für die nächste Phase der Auseinandersetzung dient.

In dem Papier heißt es, Vonovia stehe «auf besonders schäbige Weise für ein Geschäftsmodell, das aus dem Grundbedürfnis Wohnen möglichst viel Rendite herauspressen will». Pantisano argumentiert, der Konzern betrachte Wohnen nicht mehr als Teil der Daseinsvorsorge, sondern als reines Profitgeschäft. Die Partei will die eingegangenen Beschwerden nun systematisch auswerten und zu jedem einzelnen Problem, das sich aus ihrer Sicht als strukturell erweist, Aktionen veranstalten. Denkbar seien lokale Presseaktionen mit Betroffenen, Haustüraktionen oder Vor-Ort-Termine mit der Parteiführung. «Statt einmalig einen großen Vorwurf zu formulieren, soll die Kampagne über Wochen immer neue Kapitel öffnen», schreibt Pantisano. Vonovia solle wissen: Wenn Mieter Probleme melden, schaue die Linke hin.

Die Kampagne ist eingebettet in den Berliner Wahlkampf. Vor der Wahl am 20. September macht die Linke mit dem Thema bezahlbare Mieten offensiv Stimmung und verspricht, große Wohnungskonzerne – allen voran Vonovia – in der Hauptstadt enteignen zu wollen. Bereits Ende Mai hatte sich der Vonovia-Vorstand mit einem Brief an den damaligen Parteichef Jan van Aken gewandt und zu einem Gespräch geladen. Ein Termin steht nun für den 13. Oktober fest. Zuerst hatte der «Spiegel» über das Schreiben berichtet.

In dem Brief an van Aken formulierte der Vorstand Beobachtungen, die als Kritik an der Politik der Linken verstanden werden können. «In der aktuellen Debatte über Vonovia werden erneut Vorwürfe erhoben, die pauschal, verkürzt und in Teilen nachweislich unzutreffend sind», heißt es darin. So liege Vonovia mit Durchschnittsmieten von knapp über acht Euro in Berlin am unteren Rand vergleichbarer Marktmieten, vermiete freiwillig rund 30 Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen und baue beziehungsweise plane derzeit 2.000 Wohnungen in und um Berlin. Kritik an großen Wohnungsunternehmen sei legitim und gehöre zu einer demokratischen Debatte. Wer aber komplexe Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt ernsthaft lösen wolle, dürfe nicht mit vereinfachten Schuldzuweisungen arbeiten, schrieb der Vorstand um Vorstandsvorsitzenden Luka Mucic. «Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang eine Sprache, die Unternehmen und ihre Beschäftigten pauschal zum Feindbild erklärt.»

Eine Vonovia-Sprecherin teilte mit, die scharfen Angriffe der Linken würden die Debatte immer weiter zuspitzen, und das bekämen auch die Mitarbeiter vor Ort zu spüren. «Das hilft den Mietern in Berlin aber nicht weiter. Neue Wohnungen, die ähnliche Mieten wie bei Vonovia haben, hingegen schon», sagte Nina Henckel. Die Linke will ihre Kampagne dennoch fortsetzen und die gesammelten Mieterbeschwerden als Grundlage für weitere Aktionen nutzen. Die Partei setzt darauf, das Thema bezahlbares Wohnen im Wahlkampf und darüber hinaus zu einem zentralen Streitpunkt zu machen.

Same event, other desks

Story file →