Der taktische Ego-Shooter Wardogs von Entwickler Bulkhead hat sich auf Steam bereits 2,2 Millionen Mal verkauft. Das geht aus einer Analyse von Rhys Elliott vom Marktforschungsunternehmen Alinea Analytics hervor. Damit übertrifft das Spiel beim Launch-Vergleich Konkurrenten wie Arc Raiders mit 1,7 Millionen und Helldivers 2 mit einer Million verkaufter Einheiten auf Valves Plattform.
Wardogs war am 10. September im Early Access auf Steam erschienen und erreichte kurz darauf einen Höchststand von 428.666 gleichzeitigen Spielern. Damit zählte es zu den meistgespielten Titeln auf der Plattform. Bereits am ersten Tag wurden eine Million Exemplare verkauft, am zweiten Tag waren es 1,25 Millionen. Nach nur fünf Tagen meldete Bulkhead zwei Millionen Verkäufe.
Besonders bemerkenswert ist der finanzielle Erfolg: Mit rund 70 Millionen US-Dollar Umsatz hat Wardogs allein auf Steam mehr Geld eingespielt als Bungies Marathon auf PC und Konsole zusammengenommen. Elliott sieht darin ein Zeichen für die Bedeutung der Community im Live-Service-Geschäft: «Es ist eine weitere Erinnerung daran, dass in Live-Service-Spielen die Community Budget und Renommee schlägt», sagte er.
Der Preis von 40 US-Dollar scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen. Elliott bezeichnet ihn als «den modernen Preissweetspot» – unterhalb der Hemmschwelle eines 70-Dollar-AAA-Titels, aber hoch genug, um eine große Zahl von Spielern zu erreichen, die sich Premiumspiele nicht leisten können. Die Nutzerbewertungen auf Steam sind inzwischen «Sehr positiv», nachdem es anfangs Beschwerden über Startprobleme gegeben hatte. Diese scheinen überwunden, und zahlreiche Gameplay-Clips mit Wardogs-Stunts gehen viral. Sogar kuriose Phänomene wie die Vermeidung der Lonestar-Fraktion, weil deren Spieler angeblich schlechter abschneiden, sorgen für Gesprächsstoff.
Die Frage ist nun, ob Wardogs seine Dynamik halten kann. Mit Call of Duty: Modern Warfare 4 und GTA 6 stehen zwei potenzielle Blockbuster in den Startlöchern. Sowohl Arc Raiders als auch Helldivers 2 hatten Monate nach ihrem Release noch großes Interesse und verkauften sich millionenfach. Wardogs hat noch einen weiten Weg vor sich, um langfristig mit ihnen gleichzuziehen. Dabei befindet sich das Spiel noch im Early Access, der laut Steam-Seite ein bis zwei Jahre dauern soll. Eine Konsolenversion ist für 2028 geplant.
Bulkhead-Chef Joe Brammer kündigte über Nacht an, dass Season 2 «viele neue Inhalte und Änderungen» bringen werde, da Wardogs in die nächste Entwicklungsphase eintrete. Elliott zeigt sich optimistisch: «Wardogs' Wachstumsgeschichte ist noch lange nicht vorbei», sagte er. «Es gibt einige Wartungshügel zu erklimmen und eine starke Roadmap abzuarbeiten, bevor es von Höhen wie denen eines Arc Raiders träumen kann. Aber täuschen Sie sich nicht: Selbst wenn es nie wieder eine Kopie verkaufen würde, ist Wardogs bereits ein großer Erfolg. Es ist ein 40-Dollar-Shooter für ein etwas unmodisches Publikum, der sich treu geblieben ist und verdammt gut geworden ist.»
Elliott betont, dass Bulkhead genau gewusst habe, für wen das Spiel sei, es fair bepreist und die Community vor dem Launch aufgebaut habe – mit echter Kommunikation und ohne PR-Floskeln. «Man kann nicht wirklich replizieren, was Bulkhead hier geschafft hat», so Elliott. «Aber sie wussten genau, für wen das Spiel ist, haben es fair bepreist, die Community vor dem Launch aufgebaut und tatsächlich mit ihr gesprochen, den PR-Unsinn weggelassen, waren authentisch – manchmal bis zum Fehler – und haben etwas Cooles gemacht.»