Kaum ist das Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time am 5. November für die Switch 2 erschienen, haben Speedrunner bereits die ersten Glitches und Abkürzungen gefunden. Die Community, die sich seit Jahren mit dem Original beschäftigt, zeigt damit, wie schnell sich ein überarbeitetes Klassiker-Spiel unter die Lupe nehmen lässt. Besonders auffällig ist, wie früh die Entdeckungen auftauchen, denn die Spieler hatten nur wenige Tage Zeit, die neue Version zu erkunden.
Zu den ersten bekannten Tricks gehört ein Physik-Fehler, den der Speedrunner Zfg1 entdeckt hat. Damit lässt sich Link an einer bestimmten Stelle in die Höhe schleudern. Der Speedrunner Vespher hat denselben Kunstgriff am gleichen Ort vorgeführt. Nach bisherigen Berichten soll sich die Bewegung auch in anderen Gebieten des Spiels auslösen lassen. Ein weiterer Glitch lässt Link beim Stehen auf einer Truhe nach oben fliegen, vermutlich durch den Einsatz einer Bombe oder einer bestimmten Bewegung.
Auch die schnellsten Wege durch das Spiel werden neu bewertet. Bislang gilt das Rollen weiterhin als schnellste Fortbewegung zum Kampf gegen Ganondorf. Speedrunner haben jedoch Alternativen getestet, darunter das Springen in eine Rolle sowie das Abbrechen einer Rolle mit einem Angriff. Beide Varianten sollen sich als schneller erweisen. Eine neu entdeckte Technik erlaubt es zudem, durch den Wechsel zwischen Gegenständen Wände hinaufzuklettern.
Besonders bemerkenswert ist der Speedrun in der Kategorie Any%, bei dem es nur darum geht, das Spiel möglichst schnell zu beenden. MrGymnast86 hat die Strecke in unter viereinhalb Stunden absolviert. Eine vollständige Spielrunde dauert dagegen typischerweise rund 20 Stunden. Die Differenz zeigt, wie stark Sequence Breaks, also das gezielte Umgehen vorgesehener Abläufe, den Spielverlauf verkürzen können.
Die Sequenzbrüche haben allerdings auch Nebenwirkungen. So lassen sich über Abkürzungen die Aufgaben von Young Link und Adult Link vertauschen. Das Spiel unterscheidet die beiden Altersstufen offenbar nicht sauber, weshalb es zu fehlerhaften Zwischensequenzen kommen kann. Eine Truhe, die eigentlich nur dem erwachsenen Link vorbehalten ist, lässt sich über einen Glitch auch als Kind erreichen. Die Folge ist eine ungewöhnliche Zwischensequenz.
Parallel dazu gibt es Hinweise auf weitere Inhalte. Laut einem Datamine könnte ein Master-Quest-Modus folgen. Diese Information ist bislang nicht bestätigt. Das Remake hat von IGN eine Wertung von 9 von 10 Punkten erhalten. Ob die schnell entdeckten Fehler die Begeisterung der Community dämpfen oder zusätzlich anfachen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.