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Zschäpitz: Niedrige Eigentumsquote in Berlin ist auch politisch gewollt

Die deutsche Eigentumsquote liegt bei 43,5 Prozent, in Berlin sogar nur bei 15 Prozent. WELT-Wirtschaftsredakteur Holger Zschäpitz sieht darin ein strukturelles Problem und erklärt, warum eine höhere Quote politisch kaum durchsetzbar wäre.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Eigentumsquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich niedrig. Sie liegt bei 43,5 Prozent. In Berlin besitzen sogar nur 15 Prozent der Haushalte selbstgenutztes Wohneigentum. Der WELT-Wirtschaftsredakteur Holger Zschäpitz sieht darin ein strukturelles Problem, das weit über den Immobilienmarkt hinausreicht.

In einem Beitrag der Reihe «Meine Welt, meine Meinung» befasst sich Zschäpitz mit den steigenden Kosten beim Immobilienkauf, der Entwicklung der Gaspreise und der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank. Die niedrige Eigentumsquote ist für ihn kein Zufall, sondern auch Ausdruck politischer Rahmenbedingungen. Besonders in Berlin, wo die Quote mit 15 Prozent extrem niedrig ausfällt, wird deutlich, wie stark Regulierung, Mietpreispolitik und knapper Wohnraum den Erwerb von Wohneigentum erschweren.

Zschäpitz argumentiert, dass eine höhere Eigentumsquote in Berlin politisch gar nicht erwünscht sei. «Wenn die Eigentumsquote in Berlin höher wäre, könnte man damit gar keine Stimmen machen», sagt er. Damit deutet er an, dass Mieterpolitik und die Betonung von Mieterschutz für viele Parteien ein wichtiges Wählerreservoir darstellen. Eine Politik, die den Erwerb von Wohneigentum fördert, würde dieses Reservoir verkleinern und wäre daher mit politischen Kosten verbunden.

Die Zahlen, die Zschäpitz nennt, sind Ausdruck eines längerfristigen Trends. In vielen deutschen Großstädten sind die Kaufpreise für Immobilien in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen verändert. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank wirkt sich auch auf die europäischen und deutschen Zinsen aus. Höhere Zinsen verteuern Immobilienkredite und senken die Nachfrage nach Wohneigentum. Für Haushalte mit mittlerem Einkommen wird der Erwerb einer eigenen Wohnung oder eines Hauses dadurch zusätzlich erschwert.

Hinzu kommen die gestiegenen Gaspreise, die die Nebenkosten und damit die Wohnkosten insgesamt erhöhen. Wer Eigentum erwirbt, muss nicht nur den Kaufpreis und die Zinsen tragen, sondern auch die laufenden Kosten für Energie und Instandhaltung. In Ballungsräumen wie Berlin kommen hohe Grunderwerbsteuern, knappe Grundstücke und aufwendige Genehmigungsverfahren hinzu. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Eigentumsquote in der Hauptstadt so niedrig ist wie in kaum einer anderen deutschen Stadt.

Zschäpitz sieht darin eine wirtschaftspolitische Weichenstellung. Eine niedrige Eigentumsquote bedeutet, dass weniger Haushalte Vermögen in Form von Immobilien aufbauen können. Das hat Folgen für die Altersvorsorge und die Vermögensverteilung. In Ländern mit höherer Eigentumsquote ist der Anteil der Haushalte, die über selbstgenutztes Wohneigentum verfügen, deutlich größer. Deutschland liegt mit 43,5 Prozent im europäischen Vergleich weit zurück. In Berlin ist die Quote mit 15 Prozent noch einmal deutlich niedriger.

Die Debatte über die Eigentumsquote berührt damit auch die Frage, wie sich Wohnungspolitik und Vermögensbildung miteinander vereinbaren lassen. Zschäpitz macht deutlich, dass die niedrige Quote in Berlin nicht allein das Ergebnis von Marktkräften ist. Sie ist auch das Resultat politischer Entscheidungen, die den Mietwohnungsmarkt gegenüber dem Eigentumsmarkt begünstigen. Solange sich damit Wählerstimmen gewinnen lassen, dürfte sich an dieser Ausrichtung so schnell nichts ändern.

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