Zum Auftakt der 52. Staffel von «Saturday Night Live» hat Jeremy Culhane seine Parodie auf Tucker Carlson wiederbelebt. In der ersten «Weekend Update»-Ausgabe der neuen Season trat der Komiker als der ehemalige Fox-News-Moderator auf und widmete sich den größten Sommer-Blockbustern. Culhane eröffnete seinen Auftritt mit den Worten: «Es ist Filmzeit, lasst uns unsere Plätze finden, die Handys stummschalten und christliche Werte aufgeben.»
Sein erster Angriff galt «The Odyssey». Carlson erwähnte das spezielle Imax-70mm-Format des Films und sagte laut der Parodie: «Die Hollywood-Clique dreht ihren Dreck in Millimetern – oder wie ich es nenne, in Millimeterarbeit für die Hölle.» Die Pointe spielt auf die technische Besonderheit an, dass der Film auf 70-Millimeter-Film gedreht wurde, ein Format, das in der Branche als besonders hochwertig gilt. Culhane nutzte die Gelegenheit, um die angebliche Dekadenz Hollywoods zu verspotten.
Ein weiteres Ziel seiner Kritik war ein genderneutraler «Spider-Man». Die Parodie stellte sich über die vermeintliche Neuausrichtung des Superhelden lustig und bediente damit das Klischee, dass konservative Kommentatoren kulturelle Veränderungen in Franchise-Filmen ablehnen. Auch der Film «Obsession» blieb nicht verschont: Carlson bezeichnete ihn als linksgerichtetes Werk und ordnete ihn in seine Erzählung von einer politisch durchdrungenen Unterhaltungsindustrie ein.
Die Rückkehr von Culhanes Carlson-Imitation war für das Publikum ein vertrauter Moment. Bereits in früheren Staffeln hatte der Komiker mit dieser Darstellung für Aufsehen gesorgt. Die Figur des Tucker Carlson dient dabei als satirische Projektionsfläche für eine konservative Medienfigur, die popkulturelle Phänomene mit ideologischen Deutungen überzieht. «Weekend Update» nutzt solche Auftritte traditionell, um aktuelle Trends und Debatten aus der Film- und Fernsehbranche aufs Korn zu nehmen.
In der Ausgabe ging es inhaltlich stark um das Kinogeschäft. Neben den genannten Titeln wurden auch andere Sommerfilme und die Strategie von Streamingdiensten wie Paramount+ thematisiert. Die Sendung griff damit die anhaltende Diskussion auf, wie sich Blockbuster, Franchises und Plattformstrategien in der Popkultur behaupten. Für das junge Publikum von «SNL» bot die Folge eine Mischung aus Medienkritik und Comedy, die aktuelle Debatten über Identität, Tradition und Unterhaltung aufgreift.
Die 52. Staffel von «Saturday Night Live» läuft weiter im US-Fernsehen. Die erste «Weekend Update»-Ausgabe setzte damit ein Zeichen, dass die Show auch in der neuen Season auf politische Satire und popkulturelle Kommentare setzt. Ob Culhanes Carlson auch in den kommenden Wochen zurückkehrt, ist nicht bestätigt. Klar ist jedoch, dass die Figur des rechtskonservativen Kommentators für die Autoren ein dankbares Vehikel bleibt, um die Widersprüche der amerikanischen Kulturdebatte zu beleuchten.