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Frankreichs PISA-Absturz zeigt, wie fragil Lernen mit 15 geworden ist

Frankreich erreicht bei Lesen und Mathematik die niedrigsten PISA-Werte seit 2000. Hinter den Zahlen stehen Konzentration, Unterrichtsklima und die Frage, wie Schule Jugendliche heute erreicht.

France’s PISA slide shows why education reform cannot stop at curriculum

Princepersan / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · rights

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Frankreich hat bei PISA 2025 einen Tiefpunkt erreicht. Die 15-Jährigen kommen in Mathematik auf 458 Punkte und im Lesen auf 456 Punkte. In beiden Bereichen sind das die schwächsten französischen Werte seit Beginn der PISA-Reihe im Jahr 2000. In den Naturwissenschaften liegt das Land mit 483 Punkten deutlich stabiler.

Für junge Menschen in Deutschland ist das mehr als eine französische Schuldebatte. PISA 2025 erfasst mehr als 760.000 Jugendliche in 91 Ländern und Volkswirtschaften. Die OECD meldet insgesamt historische Tiefstände in den drei zentralen Kompetenzfeldern. Damit wird sichtbar, dass viele Schulsysteme mit derselben Frage kämpfen: Wie lernen Jugendliche zuverlässig in einer Zeit, in der Aufmerksamkeit ständig umkämpft ist?

Die französischen Detaildaten zeigen, wie breit das Problem ist. Nur 64 Prozent erreichen in Mathematik mindestens Kompetenzstufe 2, im Lesen sind es 67 Prozent. Zur Spitzengruppe gehören jeweils nur fünf Prozent. Es geht also nicht nur um eine kleine Gruppe, die den Anschluss verliert. Ein erheblicher Teil eines gesamten Jahrgangs hat Schwierigkeiten mit Aufgaben, die grundlegendes Verstehen und Anwenden voraussetzen.

Auffällig ist auch das Unterrichtsklima. 47 Prozent der befragten französischen Jugendlichen berichten von Lärm und Unruhe in den meisten oder allen Naturwissenschaftsstunden. Im OECD-Durchschnitt sind es 31 Prozent. 37 Prozent sagen, dass Mitschülerinnen und Mitschüler nicht zuhören, wenn die Lehrkraft spricht. Solche Angaben erklären keine Punktzahl automatisch. Sie zeigen aber, wie viel Energie im Schulalltag verloren gehen kann, bevor überhaupt konzentriertes Lernen beginnt.

Gleichzeitig nimmt der von Jugendlichen wahrgenommene Kontakt zwischen Schule und Elternhaus ab. 63 Prozent sagen, ihre Eltern fragten mindestens einmal pro Woche, was sie in der Schule gemacht hätten. 2022 waren es noch 74 Prozent. Auch Gespräche über konkrete Schwierigkeiten werden seltener gemeldet. Jugendliche brauchen mit 15 natürlich mehr Eigenständigkeit als in der Grundschule. Eigenständigkeit funktioniert jedoch nur, wenn Unterstützung erreichbar bleibt.

In Frankreich hat Bildungsminister Édouard Geffray deshalb ausdrücklich den collège, also die Schulphase zwischen Grundschule und weiterführender Oberstufe, ins Zentrum gerückt. Er räumte ein, man hätte früher fragen müssen, welche Veränderungen dort notwendig sind. Das ist ein bemerkenswerter Schritt, weil er die Debatte weg von einzelnen Reformen hin zum Alltag einer ganzen Altersgruppe verschiebt.

PISA beweist nicht, dass Smartphones, soziale Netzwerke oder KI allein für sinkende Leistungen verantwortlich sind. Die Studie enthält neue Daten zur digitalen Nutzung, und Politiker diskutieren darüber intensiv. Ein einfacher Schuldiger wäre trotzdem zu bequem. Lesekompetenz hängt ebenso von Übung, Wortschatz, Unterrichtsruhe, Motivation und regelmäßiger Rückmeldung ab. Mathematik wiederum braucht Zeit für gedankliche Schritte, die sich nicht durch eine schnelle Antwort ersetzen lassen.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick nach Frankreich. Wenn ein großes europäisches Schulsystem in zwei Kernfächern auf ein historisches Tief fällt, ist das kein Anlass für Schadenfreude. Es ist ein Hinweis darauf, wie schnell Fähigkeiten verloren gehen können, die über Jahre aufgebaut werden müssen. Die französische Reformdebatte wird zeigen, ob Schulen einen Alltag schaffen können, in dem Jugendliche wieder länger bei einer Sache bleiben — und ob Europa aus dem gemeinsamen PISA-Rückgang mehr macht als den nächsten kurzen Aufreger.

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