Für Creator in Deutschland und der Schweiz wird der Weg zu Werbe- und Premium-Einnahmen auf YouTube ab dem 1. Februar 2027 deutlich länger. Neue Kanäle benötigen weiterhin mindestens 1.000 Abonnenten, müssen zusätzlich aber entweder 8.000 qualifizierte Wiedergabestunden innerhalb von 365 Tagen oder 20 Millionen qualifizierte Shorts-Aufrufe innerhalb von 90 Tagen erreichen.
Heute liegt diese Hürde bei 4.000 Wiedergabestunden beziehungsweise 10 Millionen Shorts-Aufrufen. Die Zahl der erforderlichen Abonnenten bleibt also unverändert, während YouTube die beiden Reichweitenkriterien verdoppelt. Für kleine Medienprojekte und selbstständige Creator ist das wirtschaftlich relevant, weil Produktionskosten früher entstehen als die Beteiligung an Werbe- und Premium-Umsätzen.
Bestehende Mitglieder des YouTube-Partnerprogramms müssen die neuen Einstiegswerte nicht nachträglich erfüllen. YouTube erklärt ausdrücklich, dass die höheren Schwellen für neue Bewerber gelten. Wer bereits im YPP ist, soll allerdings die aktualisierten Bedingungen in YouTube Studio bis zum 31. Januar 2027 prüfen und akzeptieren, damit die vollständige Monetarisierung unter den neuen Vertragsbedingungen weiterläuft.
Für Shorts kommt eine zusätzliche laufende Bedingung hinzu. Wer Werbe- und Abo-Einnahmen aus Shorts erhalten will, muss ab Februar 10 Millionen qualifizierte Shorts-Aufrufe in den jeweils letzten 90 Tagen halten. Fällt ein Kanal darunter, verliert er nicht seine YPP-Mitgliedschaft. Einnahmen aus Langformat-Videos können weiterlaufen; die Shorts-Umsatzbeteiligung wird wieder aktiviert, sobald die Marke erneut erreicht ist.
Deutschland und die Schweiz gehören zu den Ländern, in denen das erweiterte YPP verfügbar ist. Dort bleibt eine niedrigere Stufe für Fan-Finanzierung und ausgewählte Shopping-Funktionen bestehen. Dafür genügen 500 Abonnenten, drei öffentliche Uploads in 90 Tagen und entweder 3.000 qualifizierte Wiedergabestunden innerhalb eines Jahres oder 3 Millionen Shorts-Aufrufe innerhalb von 90 Tagen. Die neue Verdopplung betrifft also gezielt die Beteiligung an Werbung und Premium, nicht jede Form der Monetarisierung.
Parallel baut YouTube sein Abo-Geschäft aus. Premium Lite soll in alle Länder kommen, in denen YouTube Premium angeboten wird. YouTube verteilt Teile der Netto-Abonnementerlöse über Creator-Pools nach Wiedergabezeit und Aufrufen. Nach der Zuteilung erhalten Creator 55 Prozent für Langformat-Videos und 45 Prozent für Shorts.
Die Plattform begründet den Umbau mit ihrer Größe. Nach eigenen Angaben sind mehr als 3 Millionen Creator im Partnerprogramm. Shorts kommen auf über 200 Milliarden Aufrufe pro Tag, und auf Fernsehgeräten wird YouTube täglich mehr als eine Milliarde Stunden lang gesehen. YouTube bezeichnet die neuen Regeln als die erste wesentliche Änderung des Programms seit 2018.
Für deutschsprachige Creator entsteht damit eine klarere Zweiteilung. Direkte Unterstützung durch eine loyale Community kann in den verfügbaren Märkten schon früher beginnen. Wer jedoch am großen Werbe- und Premium-Pool teilnehmen will, muss ab 2027 deutlich mehr nachhaltige Nutzung nachweisen. Nicht die bloße Zahl von 1.000 Abonnenten, sondern wiederkehrende Aufmerksamkeit wird zum entscheidenden wirtschaftlichen Maßstab.