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Rechenzentren für KI werden im US-Wahlkampf zum umstrittenen Thema

Die Mehrheit der Amerikaner lehnt neue KI-Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft ab. Vor den Midterms haben selbst Republikaner begonnen, sich von den Anlagen abzugrenzen, während Präsident Trump weiter für sie wirbt.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der Bau hunderter Rechenzentren für Künstliche Intelligenz in den USA hat sich zu einem der umstrittensten Themen vor den Parlamentswahlen am 3. November entwickelt. Präsident Donald Trump sieht in den Anlagen den Weg der Vereinigten Staaten zur Supermacht im Bereich KI und verspricht den betroffenen Regionen enormen Reichtum. Doch die Begeisterung trifft auf wachsende Skepsis der Wählerinnen und Wähler, und selbst Politiker aus Trumps eigener Partei setzen sich inzwischen von den Projekten ab.

Viele Menschen wollen nicht in der Nähe von Rechenzentren leben. Sie fürchten den dauerhaften Lärm der Klimaanlagen, sorgen sich um Umweltfolgen und befürchten, dass der enorme Verbrauch von Wasser und Strom die Lebenshaltungskosten steigen lässt. Umfragen zeigen, dass die Wahrnehmung der Anlagen in den vergangenen Monaten deutlich negativer geworden ist. In einer Befragung des Pew Research Center im August gingen rund die Hälfte der Befragten davon aus, dass Rechenzentren die Stromkosten der Haushalte erhöhen. Im Januar waren es noch 38 Prozent gewesen. Die Sorge um eine verschlechterte Lebensqualität in der Nähe der Anlagen stieg im gleichen Zeitraum von 30 auf 49 Prozent. Selbst im Umfeld von Silicon Valley, dem Zentrum der KI-Branche, regt sich Widerstand: In der Stadt Gilroy protestieren Einwohner gegen ein vergleichsweise kompaktes Rechenzentrum des Konzerns Amazon.

Die Demokraten, die nach der Niederlage von Kamala Harris gegen Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 zunächst in der Defensive waren, haben in dem Thema eine neue Chance gesehen. Der Widerstand gegen Rechenzentren lässt sich offenbar nutzen, um Stimmen von Wählern zu gewinnen. Auch Republikaner haben das bemerkt und zum Teil ihre Haltung geändert. Im Bundesstaat Texas feierte Gouverneur Greg Abbott vor einem Jahr noch eine Investition von Google in Höhe von 40 Milliarden Dollar und versprach, Texas zu einem «Epizentrum der KI-Entwicklung» zu machen. Vor einigen Wochen ließ er nach eigenen Angaben Genehmigungsverfahren für rund 1.800 Rechenzentren aussetzen, weil er Sorgen um den Energie- und Wasserverbrauch hatte.

Abbott strebt im November eine vierte Amtszeit an, wenn rund ein Drittel der Sitze im Senat sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt werden. Seine demokratische Herausforderin Gina Hinojosa wirft ihm vor, er habe mit einer offenen Tür für Rechenzentren die Interessen der reichen Tech-Industrie über die seiner Mitbürger gestellt. Laut jüngsten Umfragen hat Hinojosa zuletzt bis auf drei Prozentpunkte zu Abbott aufgeholt. Texas ist auch der Bundesstaat, in dem Tech-Milliardär Elon Musk seine Raumfahrtfirma SpaceX und den Autohersteller Tesla angesiedelt hat.

Auch bei wichtigen Senatswahlen fordern inzwischen Kandidaten der Republikaner klare Regeln für Rechenzentren. In Michigan sprach sich Mike Rogers dafür aus, deren Bau zu pausieren. In Ohio erklärte der zur Wiederwahl stehende Senator Jon Husted, Betreiber müssten mehr für Energie bezahlen, nachdem ihn sein demokratischer Gegenkandidat Sherrod Brown zum «Gesicht der Rechenzentren» erklärt hatte. Laut einer internen E-Mail der Republikanischen Partei, über die das «Wall Street Journal» berichtete, seien die Rechenzentren «wie ein Anker um Huste​ds Hals». Die gesamte Branche werde als toxisch wahrgenommen, woran einzelne Kandidaten wenig ändern könnten.

Ein Problem für republikanische Kandidaten sind die Signale aus Washington. Präsident Trump, mit dem ein Bruch meist verheerende Folgen für Kandidaten der Partei hat, betont weiterhin, Rechenzentren seien die Zukunft und großartig für die USA. Noch vor wenigen Wochen behauptete er, Städte, die solche Anlagen ablehnten, würden «rückständig und arm» bleiben. Zuletzt schlug er allerdings vor, Betreiber müssten den Regionen eine «Dividende» zahlen, um die Anlagen populärer zu machen. Die Branche setzt diese Taktik bereits an einzelnen Orten ein: In Hazle Township im Bundesstaat Pennsylvania wurden rund 4.500 Haushalten Schecks über jeweils 10.000 Dollar versprochen, falls der Ort dem Bau eines Rechenzentrums zustimmt.

Aus dem Weißen Haus kommt zudem mehr als nur Zuspruch. Im September unternahm die Regierung Trump den Vorstoß, die Umweltregeln für den Bau von Rechenzentren zu lockern, ebenso für Kraftwerke, die diese mit Strom aus fossilen Energieträgern versorgen. Aktuell lässt Musk nach Angaben des Berichts Gasturbinen für KI-Rechenzentren von SpaceX im Süden von Memphis im Bundesstaat Tennessee laufen. Trump sagt inzwischen, Rechenzentren sollten ihren Strom selbst erzeugen.

Zugleich wächst die Nachfrage nach Rechenleistung in den USA durch den KI-Boom stetig. Bereits Hunderte Milliarden Dollar sind in den Bau von Rechenzentren geflossen. Sollte es Verzögerungen geben, wird es für Technologiefirmen schwieriger, ihre Investitionen zurückzuverdienen. Der Facebook-Konzern Meta kündigte deshalb jüngst einen Fonds in Höhe von einer Milliarde Dollar für Regionen an, in denen der Konzern Rechenzentren betreibt. Wie stark die Kontroverse den Wahlausgang beeinflusst, ist offen. In einer Umfrage der «New York Times» und des Instituts Siena nannten im Bundesstaat Ohio lediglich drei Prozent der Befragten KI und Rechenzentren als wichtigstes Thema für ihre Wahlentscheidung. Lebenshaltungskosten und Außenpolitik lagen weit vorne.

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