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Ed Sheeran entschuldigt sich für Macklemore-Aus und kritisiert Zustände in Gaza

Bei seinem ersten Konzert nach dem Rauswurf von Macklemore spricht Ed Sheeran in Philadelphia über eigene Fehler, systemische Ungerechtigkeit in Gaza und den Druck auf Künstlerinnen und Künstler.

Ed Sheeran hat sich bei seinem ersten Konzert nach dem Ausschluss von Macklemore aus seiner Loop-Tour erstmals ausführlich zu den Hintergründen geäußert. Vor ausverkauftem Haus im Lincoln Financial Field in Philadelphia sagte der vierfache Grammy-Preisträger am Samstagabend, er habe in der Angelegenheit Fehler gemacht, und entschuldigte sich mit den Worten: «Es tut mir so, so leid.»

Der Auftritt in Philadelphia war Sheerans erster seit der Entscheidung, den US-Rapper Macklemore als Support-Act von der Tour zu nehmen. Zuvor hatte es laut übereinstimmenden Berichten Druck vom Eigentümer des Gillette Stadium gegeben, nachdem Macklemore auf der Bühne seine Unterstützung für Palästina zum Ausdruck gebracht hatte. Sheeran ging in seiner Ansprache direkt auf die Kontroverse ein und sagte, er hoffe, dass es in Ordnung sei, wenn er vor dem Konzert einige Worte zu den vergangenen Tagen sage.

In seiner Rede thematisierte Sheeran auch die Lage im Gazastreifen. Er bezeichnete das, was dort geschehe, als katastrophal und nicht zu rechtfertigen und sprach von systemischer Ungerechtigkeit. Damit positionierte sich der britische Musiker deutlicher als zuvor in der Debatte um den Nahost-Konflikt und um die Frage, wie viel politische Äußerung auf Konzertbühnen möglich ist.

Der Abend war von Protesten begleitet. Vor dem Stadion versammelten sich propalästinensische Demonstrantinnen und Demonstranten, um gegen die Entscheidung zu protestieren, Macklemore von der Tour zu streichen. Eine Teilnehmerin und Organisatorin der Gruppe Writers Against the War in Gaza sagte, der Druck werde nicht nachlassen, solange Palästina nicht frei sei. Die Kundgebung machte deutlich, dass die Debatte über den Umgang mit politischen Statements im Musikgeschäft längst über das Konzert hinausreicht.

Sheeran räumte ein, dass er unsicher gewesen sei, wie das Publikum in Philadelphia ihn nach den Ereignissen aufnehmen würde. Aus Sicherheitsgründen änderte er nach eigenen Angaben den Aufbau der Bühne und verzichtete auf die sogenannte B-Stage, die normalerweise mitten im Publikum platziert ist. Diese Entscheidung unterstreicht, wie sehr die Kontroverse auch die praktische Planung der Show beeinflusste.

Neben der Entschuldigung und seinen Äußerungen zu Gaza sprach Sheeran auch allgemein über die Einschränkung künstlerischer Meinungsfreiheit durch Veranstaltungsorte. Er thematisierte damit ein Problem, das in der Musikbranche seit Längerem diskutiert wird: die Frage, ob und wie Künstlerinnen und Künstler auf großen Bühnen politische Positionen vertreten können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Die Loop-Tour führt Sheeran durch mehrere große Stadien. Der Auftritt in Philadelphia zeigt, dass die Entscheidung gegen Macklemore nicht nur ein internes Tourproblem war, sondern eine öffentliche Debatte über Verantwortung, Sicherheit und politische Haltung ausgelöst hat. Wie sich die Tour weiter entwickelt und ob es weitere Proteste geben wird, ist offen.

Für Sheeran selbst markiert der Abend den Versuch, nach den turbulenten Tagen wieder zur Musik zurückzukehren. Ob ihm das gelingt, wird auch davon abhängen, wie das Publikum und die Öffentlichkeit seine Entschuldigung und seine Haltung zu Gaza aufnehmen.

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