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CSU-Vize Weber drängt auf schnelle Klärung der Steinmeier-Nachfolge

Manfred Weber fordert von Union und SPD eine Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl innerhalb von vier Wochen. Er spricht sich für Ilse Aigner aus. Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar 2027.

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Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber hat Union und SPD aufgefordert, sich innerhalb der nächsten vier Wochen auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine gemeinsame Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einigen. «Es braucht jetzt kein langes Ringen, sondern ein klares Signal», sagte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei der Deutschen Presse-Agentur. «Deshalb sollten wir in den kommenden Wochen zu einer Einigung kommen und noch vor dem CSU-Parteitag Ende Oktober Klarheit schaffen.» Der Parteitag der CSU findet am 23. und 24. Oktober in München statt.

Weber sprach sich zugleich für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Kandidatin aus. Sie war bereits von CSU-Chef Markus Söder ins Spiel gebracht worden. «Ilse Aigner bringt genau die Qualitäten mit, die wir für das Amt des Bundespräsidenten jetzt brauchen: politische Erfahrung, klare Haltung gegen Demokratie-Feinde und vor allem die Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen», sagte Weber. «Sie kann Gräben überwinden, Menschen aus ihren Ecken und Blasen herausholen und alle Deutschen ansprechen.» Die CSU stehe geschlossen hinter Aigner, betonte der Parteivize.

Die Entscheidung über die Nachfolge Steinmeiers fällt am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung. Dieses Gremium setzt sich aus den 630 Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Wahlleuten aus den Ländern zusammen. Nach Berechnungen von Experten verfügen Union und SPD über eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Die Spitzen der drei Koalitionsparteien müssen sich nun auf einen gemeinsamen Vorschlag verständigen. Eine zügige Entscheidung würde nach Webers Worten auch die Handlungsfähigkeit der Koalition unterstreichen.

Neben der früheren Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner sind weitere Namen im Gespräch: die jetzige Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die frühere CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und die einstige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). In der fast 80-jährigen Geschichte der Bundesrepublik war noch nie eine Frau Staatsoberhaupt.

Die Personalentscheidung könnte auch die Debatte über einen möglichen Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beeinflussen. Sollte die Bundespräsidentin aus der CSU kommen, wäre der Weg ins Kanzleramt für CSU-Chef Markus Söder zunächst verbaut. Dass die CSU beide Spitzenämter besetzt, gilt als ausgeschlossen. Weber hatte bereits mehrfach betont, dass die Union nach der Bundestagswahl geschlossen auftreten müsse. Die Kandidatensuche für das höchste Staatsamt ist damit auch ein Test für die Stabilität der schwarz-roten Koalition.

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