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Bosch-Chef Fischer kündigt Umbau in acht Zukunftsfeldern an

Der neue Bosch-Chef Christian Fischer will den Technologiekonzern schneller und dezentraler machen. Bis Mitte 2025 sollen acht Wachstumsfelder definiert werden, darunter Robotik, Medizintechnik und Quantentechnologie. Gleichzeitig droht weiterer Stellenabbau.

Der neue Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch, Christian Fischer, will den Technologiekonzern grundlegend umbauen. Bis Mitte des kommenden Jahres sollen acht Zukunftsfelder festgelegt werden, in denen das Unternehmen wachsen will – sowohl durch eigene Innovationen als auch durch gezielte Zukäufe. Das kündigte Fischer in einem Interview mit dem «Handelsblatt» an. Als Beispiele nannte er Robotik, Medizintechnik und Quantentechnologie. Endgültige Entscheidungen sollen jedoch erst im nächsten Jahr fallen.

Fischer, der die Nachfolge von Stefan Hartung angetreten hat, sprach von der «größten Veränderung unter meiner Führung». Bosch brauche «ein verbessertes Betriebssystem», sagte er. Innovationen müssten schneller in den Markt gebracht und in geschäftlichen Erfolg umgesetzt werden. Dafür will Fischer Entscheidungen beschleunigen, dezentralisieren und eine neue Fehlerkultur etablieren. «Grundsätzlich geht es uns immer um die Frage: Wie sieht Bosch 2036 aus, wenn das Unternehmen 150 Jahre alt wird?», so Fischer.

Der Umbau geht einher mit möglichem weiterem Personalabbau. Fischer räumte ein, dass die bestehenden Kapazitäten weiter an die sinkende Nachfrage angepasst werden müssten, vor allem im Automotiv-Geschäft in Europa, aber auch in anderen Geschäftsfeldern. «Dafür müssen wir intelligente Lösungen finden, die wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftliche Verantwortung verbinden», sagte er. Bosch hatte zuletzt angekündigt, in Nürnberg die Hälfte der dortigen 1800 Stellen abzubauen. Diese Streichungen gehen über den bereits angekündigten Abbau von konzernweit rund 25.000 Stellen in Deutschland hinaus.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg der Umsatz von Bosch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro. Das Wachstum kam jedoch vor allem durch Zukäufe zustande. Bosch hatte im Laufe des vergangenen Jahres das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi übernommen. Die Profitabilität ging hingegen zurück: Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (operatives Ebit) sank von 2,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro.

Die Ankündigung Fischers fällt in eine Phase, in der der Autozulieferer und Technologiekonzern mit einer schwachen Nachfrage und einem tiefgreifenden Wandel der Branche zu kämpfen hat. Der Umbau soll Bosch fit für die Zukunft machen und neue Wachstumsquellen erschließen. Ob und in welchem Umfang dabei weitere Stellen wegfallen, ließ Fischer offen. Klar ist: Die Weichen für die Zukunft des Unternehmens sollen bis Mitte 2025 gestellt werden.