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Interessenkonflikte: Klingbeil-Berater Christ unter Druck

Harald Christ, Investitionsberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, steht wegen möglicher Interessenkonflikte in der Kritik. Seine Holding betreibt drei Lobbyagenturen und gewann seit seiner Berufung in den Beirat mindestens 15 neue Aufträge, darunter von Rüstungs- und Digitalfirmen. Besonders brisant: Christ hielt Anteile am KI-Unternehmen Aleph Alpha, für das eine seiner Agenturen tätig ist.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der Investitionsberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Harald Christ, sieht sich schweren Vorwürfen wegen möglicher Interessenkonflikte ausgesetzt. Zu seiner Holding Christ Capital gehören drei Lobbyagenturen, die nach Angaben des Lobbyregisters des Deutschen Bundestags zuletzt über 40 Aufträge betreuten. Seit seiner Berufung in den Investitions- und Innovationsbeirat des Bundesfinanzministeriums im September 2025 hat seine Unternehmensgruppe mindestens 15 neue Kunden gewonnen. Das berichtet der «Spiegel» unter Berufung auf Registereinträge.

Unter den neuen Aufträgen befinden sich mehrere Kunden aus der Digital- und Rüstungsindustrie, die auch öffentliche Aufträge annehmen. Besonders brisant ist die Verbindung zum Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha. Laut Handelsregister hielt Christ bis vor kurzem rund zwei Prozent der Anteile an der Firma. Gleichzeitig ist eine seiner Lobbyagenturen für Aleph Alpha tätig. Das Unternehmen hat gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit den KI-Rechercheassistenten «Bakira» entwickelt und ist an dessen Einführung in Jobcentern beteiligt.

Die Bundesregierung hat für das Projekt 2,15 Millionen Euro aus dem Sondervermögen bewilligt. Eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit bestätigte, dass das Geld nicht direkt an Aleph Alpha fließe, sondern für externe Unterstützer vorgesehen sei. Allerdings könnten künftig «alle Beschäftigten» in gemeinsamen Einrichtungen «Bakira» nutzen – mutmaßlich Zehntausende Mitarbeiter. Aleph Alpha erklärte, es habe keine Gespräche mit Christ über «Bakira» gegeben.

Das Bundesfinanzministerium hatte vor Christs Berufung intern auf mögliche Interessenkonflikte hingewiesen. Unterlagen, die der «Spiegel» nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhielt, zeigen, dass Beamte in einer Leitungsvorlage festhielten, Beiratsmitglieder sollten «möglichst keine Eigeninteressen verfolgen». Auf Anfrage erklärte das Ministerium, die Mitglieder seien «nicht in Entscheidungen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen oder Förderprozessen involviert». Alle Beiratsmitglieder hätten versichert, dass «keine Interessenkonflikte bestehen». Dem Ministerium lägen jedoch «keine Informationen zu den geschäftlichen Tätigkeiten von Herrn Christ» vor.

Die Organisation LobbyControl kritisiert die Berufung Christs scharf. «Dass Harald Christ von Lars Klingbeil in diese Position berufen wurde, ist völlig inakzeptabel», sagte Aurel Eschmann dem «Spiegel». Ein Anwalt Christs wies die Vorwürfe «aufs Schärfste» zurück. Christ selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen.

Die Diskussion berührt eine grundsätzliche Frage: Wie transparent müssen Nebentätigkeiten und wirtschaftliche Verflechtungen von Regierungsberatern offengelegt werden? Der Fall Christ dürfte die Debatte über Lobbyismus und Interessenkonflikte in der Bundesverwaltung weiter anheizen. Der Investitions- und Innovationsbeirat wurde eingerichtet, um die Bundesregierung in Fragen der Standortpolitik und Zukunftsinvestitionen zu beraten. Dass ein Mitglied gleichzeitig über Lobbyagenturen mit Unternehmen verbunden ist, die von staatlichen Förderprogrammen profitieren könnten, nährt Zweifel an der Wirksamkeit der bestehenden Compliance-Regeln.

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