Square Enix bringt die HD-2D-Optik erstmals in die Hauptreihe von Final Fantasy – allerdings nicht mit einem neuen Abenteuer, sondern mit einem Remake. Final Fantasy Resonance ist eine Neuauflage der ersten Staffel des Mobile-Spiels Final Fantasy Brave Exvius und erscheint für Konsolen. Der Titel wurde auf der Gamescom 2026 erstmals spielbar gezeigt und überträgt die klassische Pixel-Optik mit modernen Effekten auf die Serie, die mit Spielen wie Octopath Traveler bekannt wurde.
Die Handlung folgt Rain und seinen Gefährten Lasswell, Fina und Lid. Da das Original für Touch-Steuerung entwickelt wurde, musste Square Enix das Gameplay grundlegend anpassen. Statt der linearen Struktur des Mobile-Ablegers gibt es nun eine übersichtliche Weltkarte, auf der sich die Gruppe frei bewegen kann. Auch ein Chocobo steht zum Reisen bereit. Die Erkundung soll an klassische Final-Fantasy-Teile erinnern und ein entschleunigtes Erlebnis bieten.
Das rundenbasierte Kampfsystem ähnelt auf den ersten Blick Octopath Traveler. Eine Zeitleiste zeigt die Reihenfolge der Aktionen, und ein Stagger-System belohnt gezielte Angriffe. Anders als in Octopath gibt es jedoch kein Rätsel um Schwächen. Stattdessen setzt Resonance auf Serien-Klassiker: Phönixfedern beleben gefallene Helden wieder, Zauber besitzen Elementar-Eigenschaften, und Spieler können zwischen Einzelziel- und Flächenwirkung wählen. Im Demo-Abschnitt im Windtempel waren Blizzard-Zauber besonders effektiv.
Optisch nutzt Resonance die jüngsten Verbesserungen des HD-2D-Stils. Die Sprites sind größer und realistischer proportioniert als in den 16-Bit-Zeiten, Gegner wirken detaillierter. Neu sind handgemalte Porträts der Charaktere, die zusammen mit der Sprachausgabe für mehr Ausdruck sorgen. Die Kamera schwenkt näher an die Figuren heran und sorgt für cineastische Zwischensequenzen. Dadurch wirken auch Limit-Breaks eindrucksvoller, etwa wenn Lid eine Armee aus Mecha-Chocobos beschwört oder Fina Lichtstrahlen vom Himmel regnen lässt.
Eine zentrale Rolle spielen die Visions. Im Mobile-Original wurden diese Helden aus der gesamten Final-Fantasy-Geschichte über ein Gacha-System freigeschaltet. In Resonance begleiten sie die Party als Begleiter, die frei mit Zaubern und Fähigkeiten ausgerüstet werden können. Sie stehen neben ihren Partnern und erinnern an die Personas aus der gleichnamigen Serie. Durch magische Splitter lassen sich die Visions leveln und neue Fähigkeiten freischalten. Im Demo-Verlauf standen bekannte Gesichter wie Noctis aus Final Fantasy XV, Cloud aus Final Fantasy VII und Terra aus Final Fantasy VI zur Auswahl.
Im fertigen Spiel sollen Visions über Schreine in der Spielwelt gefunden werden. Ein PR-Vertreter von Square Enix erklärte, dass Spieler dort Fragen zu den jeweiligen Charakteren beantworten müssen – eine Art Quiz, das das Wissen über die Serie testet. Wie viele der mehr als 250 Visions aus dem Mobile-Spiel den Weg ins Remake finden, ist noch unklar. Die Lösung umgeht die Free-to-play-Mechanik des Originals und integriert die Sammelleidenschaft in ein klassisches Spielerlebnis.
Der stärkste Einsatz einer Vision ist der Resonance-Angriff. Er wird ausgelöst, wenn alle Gegner in derselben Runde gestaggered werden. Diese Angriffe stammen aus Brave Exvius und werden als aufwendige CG-Sequenzen dargestellt. Auf dem großen Bildschirm wirken sie zwar imposanter als auf dem Smartphone, doch der Stilbruch ist deutlich spürbar. Die hochwertige HD-2D-Optik des Gameplays trifft auf ältere Computeranimationen, die zudem nur auf Japanisch vertont sind. Eine Anpassung an den neuen Look wäre stimmiger gewesen, doch der Rest des Spiels zeigt, wie weit sich die Serie mit dieser Neuauflage weiterentwickelt.