Wireva

Nato-General stellt Plan zur Abwehr eines Angriffs vor

Der militärische Oberbefehlshaber der Nato, Alexus Grynkewich, hat in Warschau ein Konzept vorgestellt, das einen Angreifer in drei Schritten stoppen soll. Das Papier gilt als deutliche Warnung an den Kreml.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der militärische Oberbefehlshaber der Nato, Alexus Grynkewich, hat erstmals ein Konzept zur Abwehr eines Angriffs auf Mitgliedsstaaten des Bündnisses vorgestellt. Auf einem Sicherheitsforum im polnischen Warschau erläuterte der US-Vier-Sterne-General, wie die Allianz aus 32 Nationen auf einen Angriff reagieren würde. Dabei machte er deutlich, dass die Nato auch dann kämpfen würde, wenn US-Streitkräfte anderweitig gebunden wären.

«Unser Bündnis dient der Wahrung des Friedens», sagte Grynkewich. Es solle aber keinen Zweifel geben. «Sollte es zum Krieg kommen, werden wir jeden Angriff stoppen und abschwächen und dann, falls er nicht aufhört, die Kräfte zerschlagen, die uns angreifen.» Zugleich betonte er: «Ich gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt unmittelbar bevorsteht oder unvermeidlich ist. Das ist nicht der Fall.» Einsatzbereitschaft erfordere jedoch, dass man für das plane, was möglich sei, und nicht nur für das, was wahrscheinlich sei.

Den ungewöhnlichen Schritt, mit dem Konzept an die Öffentlichkeit zu gehen, erklärte der General mit der aktuellen Bedrohungslage. «Angesichts der zahlreichen Sabotage- und Brandstiftungsakte sind die Bevölkerungen in unserem Bündnis meiner Ansicht nach etwas nervös», sagte er. Er wolle den Bürgern versichern, «dass wir die Lage im Griff haben». Seine Botschaft richte sich auch an diejenigen, «die darüber nachdenken, uns Schaden zuzufügen».

Der amerikanische Vier-Sterne-General erwähnte Russland bei seiner 15-minütigen Vorstellung des Konzepts mit keiner Silbe. Er sprach durchgängig von «unserem Gegner». Doch mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird der Kurs von Kremlchef Wladimir Putin von Sicherheitsexperten als äußerst besorgniserregend wahrgenommen. Westliche Geheimdienste gingen zuletzt davon aus, dass Russland spätestens 2030 militärisch in der Lage sein dürfte, einen weiteren Krieg zu beginnen.

Das Nato-Land Polen befestigt derzeit mit Unterstützung der Bundeswehr seine Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad. Warschau blickt auch besorgt darauf, dass es zuletzt gehäuft russische Drohnenangriffe auf ukrainisches Gebiet direkt an der Grenze zu Polen gegeben hat.

Die als «Theory of Victory» – Theorie des Sieges – bezeichneten Überlegungen des Oberbefehlshabers sehen vor, einen möglichen Angreifer in drei Schritten militärisch zu besiegen. Demnach sollen die eigenen Streitkräfte zunächst den Angriff stoppen («Block»). Falls der Gegner weiterkämpft, würde dann die Wucht seines Angriffs gebrochen und jedes weitere Vorrücken verhindert («Blunt»). Reicht auch das nicht aus, sollen die gegnerischen Truppen und das gesamte militärische System, das sie unterstützt und führt, zerschlagen werden («Break»). An der «Theory of Victory» arbeite die Nato schon seit einigen Jahren, sagte Grynkewich in Warschau.

Wie der General erläuterte, soll die Verteidigung des Nato-Gebiets schon vor dem ersten Schuss des Gegners beginnen. Durch Erkenntnisse der Nachrichtendienste, Daten aus unterschiedlichen Aufklärungssystemen und deren Auswertung soll die Nato drohende Angriffe frühzeitig erkennen. Dies würde dem Bündnis Zeit geben, die Absichten des Gegners einzuschätzen und eigene Streitkräfte rechtzeitig in Stellung zu bringen. Grynkewich geht deshalb davon aus, dass die Nato kaum von einem Angriff überrascht werden dürfte. Zugleich soll ein potenzieller Aggressor erkennen, dass er keine Chance hat, das Bündnis mit einem schnellen Handstreich vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Im Ernstfall sollen laut Grynkewich vor allem die an der Front stationierten Nato-Bodentruppen den ersten Angriff aufhalten, angreifende Verbände festsetzen und bekämpfen. Zugleich würden Luftwaffe und Marine mit Unterstützung aus dem Weltraum und dem Cyberraum möglichst schnell die militärische Überlegenheit in der Luft und auf See herstellen. Bei anhaltenden Angriffen sollen hochmoderne Sensoren, autonome Waffensysteme und eng aufeinander abgestimmte Einsätze in verschiedenen militärischen Bereichen dafür sorgen, dass der Gegner nicht weiter vorrücken und auch nicht die Initiative zurückgewinnen kann.

Für den Fall, dass der Gegner trotzdem weiter angreift oder zusätzliche Truppen einsetzt, plant der Nato-Oberbefehlshaber, gezielt dessen militärischen Apparat lahmzulegen. So würden Nachschub- und Versorgungswege unterbrochen, Führungssysteme ausgeschaltet und die angreifenden Einheiten kampfunfähig gemacht. Zum Einsatz käme eine Kombination aus hochpräzisen, leistungsfähigen Waffen und großen Mengen günstigerer, in hohen Stückzahlen einsetzbarer Systeme. Investiert werden soll deswegen unter anderem in Präzisionswaffen mit hoher Reichweite, Sensornetze und eine digitale Infrastruktur für die vernetzte Kriegsführung.

Dabei zieht Grynkewich eine ausdrückliche Grenze. Ziel sei nicht die strategische Niederlage des Gegners, sondern ausschließlich die militärische Niederlage jener Kräfte, die das Bündnis angreifen, erklärte der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa. Auch auf eine Bereitschaft zu nuklearer Abschreckung und Eskalation spielte er an: Die Allianz könne eine «massive Wirkung entfalten» und «jedem Schritt des Feindes auf der Eskalationsleiter etwas Entsprechendes entgegensetzen».

Same event, other desks

Story file →