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Nato-Oberbefehlshaber stellt Drei-Stufen-Plan zur Abwehr eines Angriffs vor

Der amerikanische General Alexus Grynkewich hat auf dem Sicherheitsforum in Warschau ein Konzept vorgestellt, das die Nato bei einem Angriff auf ihr Territorium in drei Schritten verteidigen soll. Russland nennt er nicht, doch der Bezug ist offensichtlich.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, Alexus Grynkewich, hat ein neues Konzept zur Abwehr eines möglichen Angriffs auf das Bündnisgebiet vorgestellt. Auf dem Sicherheitsforum in Warschau erläuterte der amerikanische Vier-Sterne-General am Donnerstag seine als «Theory of Victory» bezeichneten Überlegungen, die einen Angreifer in drei Schritten militärisch besiegen sollen. Russland erwähnte Grynkewich dabei mit keiner Silbe, doch mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist der Adressat des Plans offensichtlich.

Grynkewich betonte, er gehe nicht davon aus, dass ein Konflikt unmittelbar bevorstehe oder unvermeidlich sei. «Das ist nicht der Fall», sagte er. Einsatzbereitschaft erfordere jedoch, dass man für das plane, was möglich sei, und nicht nur für das, was wahrscheinlich erscheine. An der «Theory of Victory» arbeite die Nato bereits seit einigen Jahren; angesichts der jüngsten Entwicklungen habe man sich entschlossen, sie öffentlich zu machen.

Das Konzept sieht drei aufeinander aufbauende Phasen vor. In der ersten Stufe, «Block» genannt, sollen die eigenen Streitkräfte den Angriff stoppen. Sollte der Gegner weiterkämpfen, folgt die Phase «Blunt»: Die Wucht des Angriffs soll gebrochen und jedes weitere Vorrücken verhindert werden. Reicht auch das nicht aus, sollen in der dritten Stufe «Break» die gegnerischen Truppen und das gesamte militärische System, das sie unterstützt und führt, zerschlagen werden.

Die Verteidigung soll nach den Worten des Generals bereits vor dem ersten Schuss des Gegners beginnen. Durch Erkenntnisse der Nachrichtendienste, Daten aus verschiedenen Aufklärungssystemen und deren Auswertung will die Nato drohende Angriffe frühzeitig erkennen. Das verschaffe dem Bündnis Zeit, die Absichten des Gegners einzuschätzen und eigene Kräfte rechtzeitig in Stellung zu bringen. Grynkewich geht deshalb davon aus, dass die Nato kaum von einem Angriff überrascht werden dürfte. Zugleich solle ein potenzieller Aggressor erkennen, dass er keine Chance hat, das Bündnis mit einem schnellen Handstreich vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Im Ernstfall sollen vor allem die an der Front stationierten Nato-Bodentruppen den ersten Angriff aufhalten, angreifende Verbände festsetzen und bekämpfen. Luftwaffe und Marine würden mit Unterstützung aus dem Weltraum und dem Cyberraum möglichst schnell die militärische Überlegenheit in der Luft und auf See herstellen. Bei anhaltenden Angriffen sollen hochmoderne Sensoren, autonome Waffensysteme und eng abgestimmte Einsätze in verschiedenen militärischen Bereichen dafür sorgen, dass der Gegner nicht weiter vorrücken und auch nicht die Initiative zurückgewinnen kann.

Für den Fall, dass der Gegner trotzdem weiter angreift oder zusätzliche Truppen einsetzt, plant der Nato-Oberbefehlshaber, gezielt dessen militärischen Apparat lahmzulegen. Nachschub- und Versorgungswege würden unterbrochen, Führungssysteme ausgeschaltet und die angreifenden Einheiten kampfunfähig gemacht. Zum Einsatz käme eine Kombination aus hochpräzisen, leistungsfähigen Waffen und großen Mengen günstigerer, in hoher Stückzahl einsetzbarer Systeme. Investiert werden soll deshalb unter anderem in Präzisionswaffen mit hoher Reichweite, Sensornetze und eine digitale Infrastruktur für die vernetzte Kriegsführung.

Grynkewich zog dabei eine ausdrückliche Grenze: Ziel sei nicht die strategische Niederlage des Gegners, sondern ausschließlich die militärische Niederlage jener Kräfte, die das Bündnis angreifen. «Wir wissen, wie wir kämpfen werden, wenn es zum Kampf mit uns kommt. Und wir wissen, dass wir gewinnen werden», sagte der US-General. Wenn man angegriffen werde, sei man bereit, noch heute Nacht zu kämpfen.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt in eine Phase erhöhter Spannungen. Westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland spätestens 2030 militärisch in der Lage sein dürfte, einen weiteren Krieg zu beginnen. Das Nato-Land Polen befestigt derzeit mit Unterstützung der Bundeswehr seine Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad. Warschau blickt zudem besorgt auf die zuletzt gehäuften russischen Drohnenangriffe auf ukrainisches Gebiet direkt an der Grenze zu Polen.