Nintendo of America hat eine neue Rabattaktion angekündigt, die nach eigenen Angaben teilweise durch Rückerstattungen aus US-Zöllen finanziert wird. Die «Customer Appreciation Sale» läuft vom 13. bis 26. September und bietet 30 Prozent Rabatt auf ausgewählte digitale und physische Spiele, Download-Inhalte, Zubehör, Amiibo-Figuren und Bekleidung. Die Aktion gilt im Nintendo eShop, im Nintendo Store und bei ausgewählten Einzelhändlern. Das Unternehmen erklärte, die Aktion sei «möglich gemacht durch tariff-related refunds» – also durch Rückzahlungen im Zusammenhang mit Zöllen.
Nintendo hatte zuvor betont, die meisten zollbedingten Kosten selbst getragen zu haben. Die Rückerstattungen hätten nun aber Werbeaktionen wie diese ermöglicht. Die Zölle waren von US-Präsident Donald Trump eingeführt und später vom Obersten Gerichtshof der USA für illegal erklärt worden. Nintendo, Sony und Microsoft hatten vor Gericht argumentiert, dass sie das Geld behalten und nichts zurückgeben müssten. Nintendo hatte zudem die Preise für einige Switch-Produkte weltweit erhöht und sich geweigert, Käuferinnen und Käufern nach dem Gerichtsurteil rückwirkend zu entschädigen. Das Unternehmen erklärte damals, Kundinnen und Kunden hätten «genau das erhalten, wofür sie bezahlt haben».
Andere Unternehmen gehen mit den Rückerstattungen anders um. Panic, der Hersteller des Handhelds Playdate, kündigte an, seine Rückerstattungen direkt an die Kundschaft weiterzugeben. Wer damals mehr bezahlt habe, solle etwa 12 US-Dollar zurückerhalten. «Es ist einfach nicht unser Geld, und es fühlte sich wirklich gut an, es zurückzugeben», sagte Panic-Mitgründer Cabel Sasser. Walmart und Home Depot wollen die zusätzlichen Mittel dagegen nutzen, um Preise für verschiedene Produkte zu senken, ohne jemandem direkt Geld zurückzuzahlen.
Die Reaktionen der Fans auf Nintendos Aktion fallen gemischt aus. Während einige die Rabatte begrüßen, kritisieren andere, dass Nintendo die Rückerstattungen nicht direkt weitergibt, sondern an neue Käufe bindet. Ein Kommentar bringt es auf den Punkt: Man bekomme sein Tarifgeld nur zurück, wenn man dem Unternehmen mehr Geld gebe. Nintendo hat noch keine vollständige Liste der reduzierten Artikel veröffentlicht. Unklar ist auch, ob Spiele für die Switch 2 in die Aktion einbezogen werden.
Für Nintendo war es ohnehin eine ereignisreiche Woche: Das Unternehmen hielt zwei Nintendo Directs ab, kündigte unter anderem Vorbestellungen für «The Legend of Zelda: Ocarina of Time» und «Metroid Ravenous» an und veröffentlichte ein Firmware-Update für Switch und Switch 2, das unter anderem VRR-Unterstützung im TV-Modus bringt. Die Rabattaktion dürfte daher auch als Versuch gelesen werden, die Aufmerksamkeit der Fans nach den Ankündigungen für das eigene Ökosystem zu nutzen.