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Microsoft-Patent: Werbung zwischen Bosskämpfen für Spielzeit

Ein neues Patent von Microsoft beschreibt ein System, das Spiele pausiert, um Werbung einzublenden – als Gegenleistung gibt es zeitlich begrenzten Zugriff auf das Spiel. Ob die Technologie jemals umgesetzt wird, ist offen.

Microsoft hat ein Patent angemeldet, das einen werbefinanzierten Zugang zu Spielen auf Xbox-Konsolen beschreibt. Das Dokument mit dem Titel «contextually aware management of interactive software application access» skizziert ein Verfahren, bei dem ein laufendes Spiel auf Betriebssystemebene angehalten wird, um «audiovisuelle beworbene Inhalte» einzublenden – also Werbung. Nach deren Ende erhält die spielende Person ein Guthaben, das den Zugriff auf das Spiel für einen begrenzten Zeitraum freischaltet, der laut Patentunterlagen zwischen 15 Minuten und einer Stunde liegen kann.

Ob diese Technologie jemals in Produkten zum Einsatz kommt, ist unklar. Patente beschreiben oft Konzepte, die nie verwirklicht werden. Allerdings passt die Idee in eine Zeit, in der Microsoft den Xbox-Bereich verstärkt auf Profitabilität trimmt. Der Konzern hat zuletzt eine weitere Entlassungsrunde durchgeführt und dabei die Halo-Marke an Activision übergeben sowie einen Kino-Regisseur von Halo Studios in derselben Woche entlassen, in der er befördert wurde. Zudem steht Project Helix bevor, das angesichts der anhaltenden RAM-Krise voraussichtlich sehr teuer wird.

Bereits heute zeigt Microsoft Werbung beim Einloggen in die Xbox Series X. Ein werbefinanziertes Modell könnte daher eine logische Erweiterung sein. Der Xbox Game Pass kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen, und Microsoft hat erst kürzlich die Spielzeit beim Xbox Cloud Gaming mit Game Pass Ultimate auf 15 Stunden pro Monat begrenzt. Das ist wenig Zeit für alle, die auf Cloud-Streaming angewiesen sind – zumal die RAM-Preise stark gestiegen sind. Wer also täglich länger als 30 Minuten spielen möchte, könnte künftig mit Werbeunterbrechungen konfrontiert werden.

Die entscheidende Frage ist, wie ein solches Modell ausgestaltet würde. Der Artikel von IGN hofft, dass es – falls das Patent Realität wird – eher eine Möglichkeit wäre, kostenlos zu spielen, statt in Spiele integriert zu werden, die bereits zum Vollpreis gekauft wurden. Doch der Blick auf andere Branchen zeigt, dass Werbung auch in teuren Abonnements Einzug hält: Selbst Disney+ plant offenbar, Werbung in seinen teuersten Tarif zu integrieren. Es wäre also nicht abwegig, dass Microsoft ähnliche Wege geht.

Für junge Gamerinnen und Gamer in Deutschland könnte das Thema relevant werden, wenn Cloud-Gaming und Abo-Modelle weiter an Bedeutung gewinnen. Die Kombination aus begrenzter Spielzeit, steigenden Hardwarekosten und Werbeunterbrechungen könnte den Zugang zu Games verändern – weg vom Besitz, hin zum zeitlich befristeten Zugriff. Ob Microsoft diesen Weg tatsächlich einschlägt, bleibt abzuwarten. Das Patent allein ist noch keine Ankündigung, sondern nur ein möglicher Baustein einer künftigen Strategie.

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