Bei einem Wohnungsbrand im Dresdner Stadtteil Löbtau sind neun Menschen verletzt worden, vier davon schwer. Unter den Schwerverletzten befinden sich zwei Kinder. Nach Angaben der Feuerwehr der sächsischen Landeshauptstadt erlitten alle vier Schwerverletzten Brandwunden. Fünf weitere Personen kamen mit leichteren Verletzungen davon, und die Lage an der Einsatzstelle war für die Rettungskräfte zunächst unübersichtlich.
Bei den Schwerverletzten handelt es sich um Mitglieder einer einzigen Familie: einen sechsjährigen Jungen, ein gleichaltriges Mädchen, eine 29 Jahre alte Frau und einen 40-jährigen Mann. Für den Transport in umliegende Krankenhäuser kamen Rettungswagen sowie zwei Rettungshubschrauber zum Einsatz. Die Feuerwehr sprach von einem Brand mit Verpuffung, also einer plötzlichen, kurzen Verbrennung eines Gas-Luft-Gemischs, bei der sich Druck und Hitze schlagartig entladen. Eine solche Verpuffung kann Fenster und Türen beschädigen und Brandverletzungen in kurzer Zeit verursachen.
Als die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort eintrafen, hielten sich bereits Bewohner des Hauses vor dem Gebäude auf. Sie hatten das Haus offenbar selbstständig verlassen, bevor die Feuerwehr eintraf. Aus einem Fenster im ersten Obergeschoss drang dichter schwarzer Rauch. Die betroffene Wohnung ist nach Angaben der Feuerwehr nicht mehr bewohnbar, sodass die Bewohner vorerst keine Möglichkeit haben, dorthin zurückzukehren.
Fünf weitere Hausbewohner zeigten Symptome einer Rauchgasvergiftung. Dabei handelte es sich um drei Kinder im Alter von einem, vier und sieben Jahren, eine 37-jährige Frau und einen 40-jährigen Mann. Sie wurden vor Ort medizinisch untersucht und behandelt. Rauchgasvergiftungen zählen zu den häufigsten Folgen von Wohnungsbränden, da giftige Gase oft schneller wirken als die Flammen selbst und gerade Kleinkinder besonders gefährdet sind.
An dem Einsatz waren laut Feuerwehr knapp 60 Kräfte mehrerer Feuer- und Rettungswachen beteiligt. Die Einsatzkräfte mussten nicht nur den Brand bekämpfen, sondern auch die Verletzten versorgen und das Gebäude auf weitere Gefahren kontrollieren. Die Brandursache ist bislang ungeklärt und Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Ob und wann Ergebnisse vorliegen, teilte die Feuerwehr in ihrer Mitteilung nicht mit.