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Hellraiser-Entwickler kritisieren Vorgehen gegen Erwachsenenspiele als „lächerlich für unsere Kunstform“

Die Entwickler von „Clive Barker's Hellraiser: Revival“ wehren sich gegen den Druck auf Zahlungsdienstleister und Plattformen, Spiele mit sexuellen Inhalten zu entfernen. Sie sehen darin eine Gefahr für die künstlerische Freiheit, vertrauen aber auf die Verbindung zu Clive Barker.

Die Entwickler des kommenden Spiels „Clive Barker's Hellraiser: Revival“ haben die jüngsten Maßnahmen gegen Erwachsenenspiele auf digitalen Plattformen scharf kritisiert. In einem Interview mit der Fachpresse bezeichneten sie das Vorgehen als „lächerlich für unsere Kunstform“. Das Team zeigte sich jedoch zuversichtlich, dank der Verbindung zum Horror-Autor Clive Barker und dem bekannten „Hellraiser“-Franchise auch künftig einen Platz auf den großen Vertriebsplattformen zu finden.

Hintergrund der Kritik ist eine Kampagne der australischen Anti-Pornografie-Gruppe Collective Shout aus dem vergangenen Jahr. Die Organisation setzte Zahlungsdienstleister wie Mastercard, PayPal, Visa und Paysafe Limited unter Druck, ihre Dienste für die Plattformen Steam und Itch.io einzustellen, falls diese nicht Spiele mit explizit sexuellen Inhalten aus ihrem Sortiment entfernen. Die Kampagne war erfolgreich und führte dazu, dass zahlreiche Spiele von den Plattformen genommen oder in ihrer Verbreitung eingeschränkt wurden.

Die Folge ist eine lähmende Verunsicherung unter Entwicklerinnen und Entwicklern, die Spiele mit sexuellen Inhalten produzieren. Viele wissen nicht, ob ihre Werke überhaupt auf digitalen Storefronts erscheinen dürfen. Während einige Titel ohne Probleme veröffentlicht werden, werden andere ohne große Erklärung gesperrt. Erst in der vergangenen Woche blockierte Valve das Spiel „Future? No Thanks!“ des Entwicklers Molleindustria wegen Szenen mit Minderjährigen-Nacktheit. Erst nach öffentlichem Druck und Lobbyarbeit lenkte Valve ein und nahm das Verbot zurück.

Vor diesem Hintergrund sprachen die Macher von „Hellraiser: Revival“ über ihre eigenen Erfahrungen. Die spielbare Demo, die kürzlich vorgestellt wurde, spielt fast vollständig in einem Fetischclub und enthält sowohl männliche als auch weibliche Nacktheit sowie explizite sexuelle Darstellungen. Auf die Frage, ob sie eine Sperre durch Steam befürchten oder ob die aktuelle Lage zu Änderungen am Spiel geführt habe, antworteten die Entwickler mit deutlicher Kritik an der aktuellen Praxis der Plattformbetreiber.

Die Entwickler argumentieren, dass sexuelle Inhalte ein legitimer Bestandteil künstlerischer Ausdrucksformen seien und nicht pauschal mit Pornografie gleichgesetzt werden dürften. Die Kampagne von Collective Shout und das daraus resultierende Verhalten der Zahlungsdienstleister und Plattformen treffe vor allem kleinere Studios, die keine großen Verhandlungsmöglichkeiten hätten. Große Publisher mit bekannten Marken könnten sich eher zur Wehr setzen oder alternative Vertriebswege finden.

Für „Hellraiser: Revival“ sehen die Macher dennoch gute Chancen. Die Verbindung zu Clive Barker, dem Schöpfer der „Hellraiser“-Reihe, verleihe dem Projekt eine kulturelle und künstlerische Legitimität, die über reine Erwachsenenunterhaltung hinausgehe. Barker ist bekannt für seine Erkundung von Körper, Lust und Schmerz in Horror und Kunst, was dem Spiel einen besonderen Status verleihen könnte. Die Entwickler hoffen, dass dieser Hintergrund ihnen hilft, eine Ausnahmestellung zu behaupten, selbst wenn der Druck auf die Branche weiter zunimmt.

Die Debatte um Erwachsenenspiele ist nicht neu, hat aber durch die koordinierte Aktion von Collective Shout eine neue Dynamik erhalten. Kritiker der Kampagne bemängeln, dass die Entscheidungen über die Verfügbarkeit von Spielen zunehmend von Zahlungsdienstleistern getroffen würden, die keine fachliche Kompetenz in Fragen der Kunst- oder Meinungsfreiheit hätten. Entwickler befürchten eine Zensur durch die Hintertür, bei der nicht etwa Gesetze, sondern private Unternehmensrichtlinien darüber entscheiden, welche Inhalte veröffentlicht werden dürfen.

Bislang hat sich Valve, der Betreiber von Steam, nicht grundsätzlich zu einer Lockerung der Regeln durchgerungen. Die Plattform verfolgt eine uneinheitliche Linie, die bei den Entwicklern für Unmut sorgt. Während einige Spiele mit sexuellen Inhalten weiterhin angeboten werden, werden andere ohne klare Begründung gesperrt. Die „Hellraiser“-Macher hoffen, dass ihr Spiel dank der künstlerischen Ambition und der Verbindung zu einem etablierten Kult-Franchise nicht in diese Kategorie fällt.

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