Capcom erweitert „Dragon’s Dogma 2“ um ein umfangreiches Add-on: „Dark Arisen“ führt Spieler in die neue Region Norgan, ein eisiges Gebiet nördlich der Basiskarte. Dort warten frostige Herausforderungen, ein untoter Drache, der Zombies erbricht, und ein neues Beutesystem, das an Loot-Grinds aus Spielen wie „Destiny“ erinnert. Eine 90-minütige Demo vor der gamescom 2026 gab erste Einblicke in die Erweiterung.
Die neue Zone namens „Forsaken Dominion“ ist laut Director Kenta Kinoshita nicht als Endgame-Inhalt gedacht, sondern für Charaktere ab etwa Level 40 empfohlen und bereits relativ früh im Spielverlauf erreichbar. Die bittere Kälte und Schneestürme in Norgan sind dabei mehr als nur ein visuelles Stilmittel. „Ich wollte auf keinen Fall, dass die kalte, verschneite Region rein ein visueller Effekt ist“, erklärt Kinoshita. Spieler müssen ihre Ausrüstung an die Temperaturen anpassen, etwa durch wärmere Rüstung, die ein Schmied in der Demo herstellt. Die Umgebung selbst wird zur Waffe: Lawinen können Gegner und eigene Angriffsketten unterbrechen, rollende Schneebälle wachsen zu gefährlichen Projektilen heran, und herabstürzende Eiszapfen regnen wie Glasscherben auf Feinde nieder.
Der Wind in Norgan ist dabei zweischneidig: Er kann die Sicht behindern und Bewegungen erschweren, lässt sich aber auch nutzen, um größere Sprünge über Abgründe zu schaffen oder sogar auf riesige Gegner zu gelangen. Kinoshita beschreibt zudem, wie Feinde über zugefrorene Seen jagen – Spieler können das Eis aufbrechen und ihre Verfolger in das Wasser stürzen lassen, wo die gefürchtete „Brine“ genannte Tentakelmasse sie verschlingt. Auch Spuren im Schnee spielen eine Rolle: Manche Gegner stehlen Relikte und fliehen, ihre Fußabdrücke führen zu ihren Nestern, wo die Beute zurückgeholt werden kann.
Das Herzstück der Erweiterung ist jedoch das neue Relikt-System. Überall in Norgan finden Spieler geheimnisvolle Beutestücke, die zunächst nur vage Beschreibungen tragen – etwa „ein Helm“ oder „eine leichte Waffe“ – und im Inventar nutzlos bleiben. Erst die weise Frau Jiera kann die Relikte gegen Rift-Kristalle identifizieren und in brauchbare Ausrüstung verwandeln. Diese Gegenstände besitzen häufiger besondere Eigenschaften wie starke Statusmodifikatoren oder Fähigkeiten, um die sich Spieler Builds aufbauen können. Ein Begleiter namens Freki, ein riesiger Direwolf, hilft bei der Suche: Füttert man ihn mit Fleisch, spürt er vergrabene Relikte auf.
Dieses System etabliert einen Kreislauf aus Erkunden, Sammeln, Entschlüsseln und Ausrüsten, der an die Beute-Mechaniken von Loot-Shootern erinnert. Der Anreiz liegt darin, genau das eine Ausrüstungsteil zu finden, das den eigenen Charakter entscheidend verbessert und den Zugang zu noch gefährlicheren Gebieten ermöglicht. Der Höhepunkt der Demo war der Kampf gegen einen untoten Drachen, der aus seinem verwesenden Maul Rauchwolken ausstößt, aus denen bleiche Leichen kriechen – eine ebenso kreative wie groteske Art, einen Bosskampf mit zusätzlichen Gegnern zu bestücken. „Dark Arisen“ erscheint voraussichtlich 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S.