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Shuhei Yoshida: Sony und Nintendo sollten aktuelle Konsolen-Generation so lange wie möglich strecken

Der ehemalige PlayStation-Manager Shuhei Yoshida rät Sony und Nintendo, PS5 und Switch 2 wegen gestiegener Hardwarekosten möglichst lange am Markt zu halten. Die Preise für Speicher und Komponenten steigen rasant, angetrieben durch KI-Rechenzentren. Eine PS6 für unter 1.000 Dollar erscheint zunehmend unrealistisch.

Sony und Nintendo sollten ihre aktuellen Konsolen so lange wie möglich am Markt halten. Das empfiehlt Shuhei Yoshida, der frühere Chef der PlayStation Worldwide Studios, angesichts drastisch gestiegener Hardwarekosten. Im Gespräch mit The Verge sagte Yoshida, die Hersteller könnten versuchen, den Start der nächsten Generation so weit wie möglich hinauszuzögern.

«Sony und Nintendo haben genug Einheiten ihrer aktuellen Hardware verkauft, und wegen der Warenkosten könnten sie den Launch der nächsten Generation aufschieben», so Yoshida. «Ich denke, sie sollten versuchen, die aktuelle Generation so lange wie möglich am Leben zu halten, weil die Leute mit PS5 und Switch 2 sehr zufrieden sind.»

Der Hintergrund ist ein drastischer Preisanstieg bei Computerbauteilen, insbesondere beim Arbeitsspeicher. Der von KI-Rechenzentren befeuerte Nachfrageschub – in der Branche als «RAMageddon» bekannt – hat die Produktionskapazitäten für Speicherchips weitgehend ausgeschöpft. Ein Großteil der für das kommende Jahr geplanten Fertigung ist bereits vergeben. Sollte Sony oder Nintendo kurzfristig mit der Produktion einer neuen Konsole beginnen wollen, wäre das in der gewünschten Stückzahl womöglich physisch gar nicht möglich – von einem für Kunden akzeptablen Preis ganz zu schweigen.

Die Preisentwicklung der aktuellen Konsolen zeigt die Dimension. Die PS5 mit Laufwerk startete 2020 für 500 Dollar, die Digital Edition für 400 Dollar. Heute kosten die Modelle 650 beziehungsweise 600 Dollar – ein Anstieg von 150 und 200 Dollar. Die PS5 Pro kam für 700 Dollar auf den Markt und kostet inzwischen 900 Dollar. Eine PS6 dürfte kaum unter 1.000 Dollar zu haben sein. Die Switch 2 legte seit ihrem Start im vergangenen Jahr um 50 Dollar zu, von 450 auf 500 Dollar.

Yoshida verweist zudem auf die begrenzte Kaufkraft der Spielerinnen und Spieler. «Die Leute haben ein endliches Budget, und die Komponenten, die für PCs und Konsolen spezifisch sind, haben sich im Preis viel stärker verteuert als alle anderen Unterhaltungsformen», sagte er. Wer bereits eine PS5, eine Switch 2 oder einen ausreichend guten PC besitze, werde wahrscheinlich zufrieden damit weiterspielen und nicht unbedingt über einen Ersatz nachdenken.

Ein weiterer Faktor: Weder Kundschaft noch Entwicklerstudios verlangen derzeit nach deutlich leistungsfähigerer Hardware. «Ich glaube nicht, dass viele Leute nach mehr Leistung rufen – oder die Entwickler», so Yoshida. «Ich denke, die aktuelle Generation wird bei Sony und Nintendo noch viele Jahre gut laufen.»

Microsoft geht mit seinem Xbox-Team einen anderen Weg und treibt die nächste Generation unter dem Namen Project Helix voran. Der Unterschied: Microsoft hat zuletzt keine großen Stückzahlen seiner Konsolen verkauft. Yoshida sieht darin den Versuch, die Wettbewerbslandschaft zu verändern. «Xbox ist ein Team, das die Konkurrenzsituation umkrempeln will, also wird es für sie schwer, aber jetzt ist ihre Zeit zu spielen», sagte er. «Es ist sehr spannend, was nächstes Jahr passieren wird.»

Für Sony und Nintendo bedeutet das Szenario konkret: Statt neuer Hardware stehen vermutlich weitere Modellvarianten und Upgrades der bestehenden Plattformen im Fokus – ähnlich wie bei der Switch Lite und der Switch OLED. Ein PlayStation 6 war zuletzt von Analysten für 2028 erwartet worden, doch dieser Zeitpunkt rückt angesichts der Kostenlage in immer weitere Ferne. Offizielle Angaben zum PS6-Start gibt es bislang nicht.

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