Johann Lafer hat am Samstagabend im ZDF so offen wie selten über seine Krebserkrankung gesprochen. Der 68-jährige Fernsehkoch saß am 5. September beim «Quiz-Champion – Das Spenden-Special» als Experte für Ernährung im Studio. Die Sendung war der Deutschen Krebshilfe gewidmet. Als Moderator Johannes B. Kerner ihn auf seinen Gesundheitszustand ansprach, wurde aus dem Quiz für einige Minuten ein sehr persönliches Gespräch über Krankheit, Therapie und den Versuch, in ein normales Leben zurückzufinden.
Lafer hatte seine Diagnose erst Ende Mai öffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben wurde bei ihm ein indolentes, niedrig-malignes und nicht aggressives Non-Hodgkin-Lymphom festgestellt. Solche Erkrankungen gehören zu den bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems. Welche genaue Unterform bei Lafer vorliegt, hat er öffentlich nicht weiter spezifiziert.
Die Erkrankung war bereits mehr als zwei Jahre vor seinem öffentlichen Statement entdeckt worden. Anfang 2026 verschlechterte sich sein Zustand deutlich, danach begann eine intensive Chemotherapie. Ihre Folgen waren sichtbar. Bei Auftritten wirkte Lafer erheblich schlanker, Haare und sein lange markanter Schnurrbart waren weitgehend verschwunden. Im Mai hatte sein verändertes Aussehen bei einem Auftritt im «ZDF-Fernsehgarten» Fragen ausgelöst. Kurz darauf entschied sich der Koch, die Krankheit selbst öffentlich zu erklären.
Im August gab es bereits vorsichtig positive Nachrichten. ZDF berichtete am 14. August, Lafer gehe es nach der intensiven Chemotherapie deutlich besser. Er selbst sagte damals, er sei auf einem sehr guten Weg. Der Auftritt beim «Quiz-Champion» zeigte nun, dass er wieder regelmäßig vor der Kamera steht, ohne die Belastung der vergangenen Monate kleinzureden.
Im Gespräch mit Kerner nahm Lafer seine Schiebermütze ab und zeigte die sichtbaren Spuren der Behandlung. Er beschrieb die Erfahrung als körperlich und seelisch äußerst belastend. Gleichzeitig sagte er: «Ich bin trotzdem guten Mutes, ich kämpfe weiter.» Der Satz passte zu dem Ton, mit dem Lafer seit der Bekanntgabe seiner Diagnose über die Erkrankung spricht: ohne Entwarnung, aber auch ohne Rückzug aus der Öffentlichkeit.
Der Rahmen der Sendung gab dem Gespräch eine zusätzliche Bedeutung. «Der Quiz-Champion» stand bereits zum sechsten Mal im Zeichen der Deutschen Krebshilfe. Prominente Kandidaten traten gegen Experten an, Zuschauer konnten gleichzeitig telefonisch und online spenden. Nach Angaben des ZDF kamen bis 23.15 Uhr 4.156.385 Euro zusammen. Lafer kündigte am Ende des Abends außerdem an, persönlich 5.000 Euro zu spenden.
Für viele Zuschauer ist Lafer seit Jahrzehnten ein vertrautes Fernsehgesicht. Der gebürtige Steirer machte sich zunächst als Spitzenkoch einen Namen und wurde später zu einer der bekanntesten Kochpersönlichkeiten im deutschen Fernsehen. Seit 2008 moderiert er im Wechsel mit anderen Köchen die ZDF-Sendung «Die Küchenschlacht». Zuvor prägte er unter anderem «Lafer! Lichter! Lecker!» gemeinsam mit Horst Lichter.
Gerade deshalb fiel seine Veränderung im Frühjahr vielen Menschen sofort auf. Lafer selbst hat inzwischen deutlich gemacht, dass er seinen öffentlichen Beruf nicht vollständig aussetzen will. Arbeit und Begegnungen geben ihm nach eigener Darstellung Halt, auch wenn die Behandlung seine Kräfte stark beansprucht hat.
Wie sich seine Erkrankung weiter entwickelt, hängt von den nächsten medizinischen Kontrollen und der weiteren Behandlung ab. Die jüngsten Aussagen deuten auf eine Besserung nach der Chemotherapie hin. Beim ZDF-Spendenabend stellte Lafer jedoch nicht seine Prognose in den Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, wie einschneidend Krebs das Leben eines Menschen verändern kann – und wie wichtig Unterstützung während dieser Zeit wird.