Wireva

Johann Lafer zeigt im ZDF, wie sehr die Chemo ihn verändert hat

Der bekannte TV-Koch spricht beim «Quiz-Champion» offen über sein Non-Hodgkin-Lymphom, die sichtbaren Folgen der Therapie und seinen Weg zurück ins Fernsehen.

Йоганн Лафер у прямому ефірі ZDF розповів про боротьбу з лімфомою

Sven Mandel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0 · rights

Johann Lafer gehört zu den TV-Gesichtern, die man in Deutschland sofort erkennt: Schiebermütze, Schnurrbart, Kochjacke, schnelle Sprüche über gutes Essen. In diesem Jahr hat sich dieses vertraute Bild sichtbar verändert. Am Samstagabend, 5. September, sprach der 68-Jährige beim ZDF-«Quiz-Champion» darüber, warum – und machte aus einem kurzen Studiogespräch einen der persönlichsten Momente des Spenden-Specials.

Lafer war in der Sendung nicht als Patient eingeladen, sondern als Experte für Ernährung. Das Format lief zugunsten der Deutschen Krebshilfe. Moderator Johannes B. Kerner fragte ihn nach seinem Gesundheitszustand, und Lafer erzählte offen von der Krebserkrankung, die er erst vor wenigen Monaten öffentlich gemacht hatte.

Bei ihm wurde ein indolentes, niedrig-malignes und nicht aggressives Non-Hodgkin-Lymphom festgestellt. Das ist eine Form von Lymphdrüsenkrebs. Die Diagnose lag schon mehr als zwei Jahre zurück, bevor Lafer Ende Mai darüber sprach. Anfang 2026 verschlechterte sich sein Zustand, danach begann eine intensive Chemotherapie.

Viele Zuschauer hatten zuvor nur gesehen, dass etwas anders war. Beim «ZDF-Fernsehgarten» am 24. Mai erschien Lafer deutlich schlanker, mit weniger Haaren und veränderter Gesichtsform. Kurz darauf veröffentlichte er seine Diagnose. Damit war klar: Hinter dem neuen Look steckte keine Stilentscheidung, sondern eine schwere Behandlung.

Beim «Quiz-Champion» nahm Lafer seine Mütze ab. Er versteckte die Folgen der Therapie nicht und sagte zugleich, dass er weiter nach vorn schauen wolle. «Ich bin trotzdem guten Mutes, ich kämpfe weiter», erklärte er. Über die Krebsbehandlung sprach er deutlich weniger glatt als viele typische Promi-Interviews: Sie sei körperlich und seelisch extrem hart gewesen.

Das macht den Auftritt ungewöhnlich. Öffentlich über Krebs zu sprechen, bedeutet für bekannte Menschen oft, zwischen zwei Erwartungen zu geraten. Einerseits wollen Fans wissen, wie es ihnen geht. Andererseits kann schnell der Eindruck entstehen, eine Krankheit müsse als inspirierende Comeback-Geschichte funktionieren. Lafer ließ diese einfache Dramaturgie nicht zu. Er zeigte, dass es ihm besser geht, ohne so zu tun, als sei damit alles erledigt.

Tatsächlich hatte ZDF schon Mitte August ein positives Update veröffentlicht. Nach der intensiven Chemotherapie gehe es Lafer deutlich besser, hieß es. Er selbst sagte, er sei auf einem sehr guten Weg. Das passt zu seinen jüngsten TV-Auftritten: Er steht wieder vor der Kamera, arbeitet ausgewählt und versucht, ein Stück Normalität zurückzugewinnen.

Der Abend hatte zugleich einen konkreten finanziellen Effekt. Zuschauer konnten während der Quizshow für die Deutsche Krebshilfe spenden. Laut ZDF waren bis 23.15 Uhr 4.156.385 Euro zusammengekommen. Lafer legte persönlich 5.000 Euro dazu.

Wer jünger ist, kennt ihn vielleicht vor allem aus «Die Küchenschlacht», die er seit 2008 im Wechsel mit anderen Köchen moderiert. Ältere Zuschauer erinnern sich an «Lafer! Lichter! Lecker!» mit Horst Lichter. Seine Fernsehkarriere ist damit länger als manche seiner heutigen Zuschauer alt sind – und genau deshalb fiel die Veränderung seiner Erscheinung so schnell auf.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich Lafers Gesundheitszustand weiter entwickelt. Er selbst setzt derzeit auf Behandlung, Kontrollen und eine vorsichtige Rückkehr in seinen Alltag. Im ZDF ging es dabei nicht darum, ein perfektes Comeback zu inszenieren. Es ging um einen Mann, den Millionen als gut gelaunten Koch kennen und der nun auch zeigt, wie verletzlich ein vertrautes Fernsehgesicht werden kann.

Same event, other desks

Story file →