Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hat sich öffentlich für Ilse Aigner als künftige Bundespräsidentin ausgesprochen. Aigner sei «eine sehr gute Bundespräsidentin», sagte Rehlinger. Sie beschrieb die bayerische Landtagspräsidentin und frühere Bundesministerin als bodenständig, erfahren und über Parteigrenzen hinweg respektiert. Damit schlägt die SPD-Politikerin eine Kandidatin vor, die bisher vor allem in der Union verankert ist.
Rehlinger hatte ihre Unterstützung bereits Mitte Oktober erstmals geäußert. Damals verwies sie darauf, dass es an der Zeit sei, eine Frau an die Spitze des Staates zu stellen. Die Debatte um die Nachfolge des amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier gewinnt damit an Schärfe, auch wenn Aigner ihre Kandidatur bislang nicht formell erklärt hat. Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten, weshalb die Frage nach seinem Nachfolger bereits jetzt die politische Debatte prägt.
Die Wahl des Bundespräsidenten ist für den 30. Januar 2027 angesetzt. Die Bundesversammlung besteht aus den 630 Mitgliedern des Bundestages sowie einer gleich großen Zahl von Delegierten der Länder. Diese Zusammensetzung macht deutlich, dass das Amt nicht allein im Parlament entschieden wird, sondern unter Beteiligung der Landesebene. Gerade deshalb gewinnen Unterstützungssignale aus den Ländern an Gewicht.
Auch aus den Unionsparteien kommen wohlwollende Signale. Die CSU unterstützt Aigners Kandidatur ausdrücklich. Mehrere einflussreiche CDU-Politiker haben sich offen für sie ausgesprochen. Zudem stehen alle drei Ministerpräsidenten der ostdeutschen CDU-Landesverbände hinter ihr. Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Frei, bezeichnete Aigner als eine «herausragende» Wahl.
Berichten zufolge unterstützt auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir die Kandidatur Aigners. Die Angaben dazu beruhen auf Medienberichten und sind bislang nicht im Detail bestätigt. Aigner selbst ist derzeit Präsidentin des Bayerischen Landtags und hat zuvor als Bundesministerin gearbeitet. Ob sie tatsächlich antreten wird, ist offen. Bis zu einer formellen Erklärung bleibt die Kandidatur ein Gegenstand der öffentlichen Debatte, in der sich die Unterstützung quer durch mehrere Parteien zeigt.