Sony hat eine neue Collector's Edition zum kommenden God of War Laufey angekündigt, doch Käuferinnen und Käufer erhalten dabei nicht das eigentliche Spiel. Wie im britischen PlayStation Direct Store zu sehen ist, enthält die Box ausschließlich physische Sammlerstücke – darunter eine beleuchtete Statue der Protagonistin Faye, die im Kampf posiert, während Phranque the Cube zusieht. Dazu kommen ein Kartendeck mit 51 Orakelkarten und ein kleines Artbook in einer Sammlerverpackung.
Der entscheidende Hinweis findet sich direkt auf dem Produktbild: God of War Laufey ist separat erhältlich. Wer die Collector's Edition in Großbritannien kauft, zahlt 130 Pfund. In den USA dürfte der Preis aufgrund der üblichen Preisparität zwischen den PlayStation-Regionen ähnlich hoch ausfallen – und wer das Spiel physisch besitzen möchte, muss zusätzlich rund 70 Dollar einplanen. Damit summiert sich der Gesamtpreis für Fans auf einen Betrag, der deutlich über dem üblichen Vollpreis eines Spiels liegt.
Die Entscheidung, das Spiel nicht in die Collector's Edition zu packen, ist kein Einzelfall. Sony hat in der Vergangenheit mehrfach Collector's Editions veröffentlicht, die einen digitalen Download-Key für das jeweilige Spiel enthielten. Dass stattdessen reine Merchandise-Boxen angeboten werden, ist jedoch ein wachsender Trend. Erst vor wenigen Wochen stellte Rockstar Games eine Collector's Edition zu GTA 6 für 400 Dollar vor, die ebenfalls reichlich physische Extras bietet, aber nicht zwingend das Spiel selbst enthalten muss.
Hinter dieser Strategie steckt Kalkül. Solche Boxen richten sich an besonders engagierte und zahlungskräftige Superfans, die bereit sind, für limitierte physische Inhalte mehr Geld auszugeben. Für die Publisher sind es margenstarke Merchandise-Produkte. Gleichzeitig sparen sie Kosten, weil sie das Spiel nicht in die Box legen müssen – das vereinfacht die Lieferkette und senkt den Produktionsaufwand. Unterm Strich bedeutet das: ein größerer Gewinnanteil für die Unternehmen, während Fans mit tiefen Taschen exklusive Sammlerstücke erhalten, die sie ausstellen können.
Die Diskussion um den fehlenden Spielinhalt dürfte auch deshalb aufflammen, weil die Collector's Edition nicht gerade günstig ist. 130 Pfund für eine Statue, ein Kartendeck und ein Artbook – ohne das eigentliche Spiel – ist ein Preis, der viele Fans abschrecken dürfte. Zwar gibt es eine Standard- und eine Digital Deluxe Edition, die bereits seit dem vergangenen Monat vorbestellbar sind, doch die Collector's Edition bleibt ein Nischenprodukt für eine sehr spezielle Zielgruppe.
Abseits der Collector's Edition gibt es weitere Neuigkeiten zur God of War-Reihe. Das nächste Spiel der Serie wird Kratos zurück in den Mittelpunkt rücken und direkt nach dem Ende von God of War Laufey ansetzen. Zudem befindet sich eine Live-Action-Serie zu God of War für Prime Video in Entwicklung. Der neue Hauptdarsteller Dave Bautista arbeitet bereits daran, sich für die Rolle in Form zu bringen, nachdem der ursprüngliche Kratos-Darsteller Ryan Hurst verletzungsbedingt ausgestiegen ist.
Für Fans, die sich für die Collector's Edition interessieren, bleibt die wichtigste Frage: Lohnt sich der Kauf, wenn das Spiel nicht enthalten ist? Die Antwort hängt davon ab, wie sehr man die enthaltenen Sammlerstücke schätzt. Wer ohnehin vorhat, God of War Laufey zu spielen, muss den Spielpreis separat einrechnen. Wer nur an der Statue und den Orakelkarten interessiert ist, bekommt ein reines Merchandise-Paket – ohne Spiel, aber mit Sammlerwert.