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Herbst 2007: Warum diese Gaming-Saison bis heute unerreicht ist

BioShock, Halo 3, The Orange Box, Call of Duty 4, Assassin's Creed, Mass Effect und Rock Band erschienen innerhalb weniger Monate. Ein Rückblick auf den vielleicht größten Release-Sturm der Videospielgeschichte – und seine Bedeutung für die Xbox.

Der Herbst 2007 gilt unter vielen Gaming-Fans bis heute als die stärkste zusammenhängende Release-Phase der Videospielgeschichte. Innerhalb weniger Monate erschienen gleich mehrere Titel, die heute als Klassiker gelten – und die maßgeblich dazu beitrugen, dass die Xbox 360 zu einer der prägendsten Konsolen ihrer Generation wurde.

Den Auftakt machte BioShock am 21. August 2007. Der narrative Ego-Shooter von Designer Ken Levine entführte die Spieler in die Unterwasserstadt Rapture, eine gescheiterte Utopie, in der die gefährlichen Big Daddies und die rätselhaften Little Sisters für unvergessliche Momente sorgten. Das Spiel verband eine dichte Atmosphäre mit einer Geschichte, die an große Romane erinnerte, und überraschte mit einer der bekanntesten Wendungen der Gaming-Geschichte. Zwar gilt der Endkampf bis heute als Schwachpunkt, doch das tat der Begeisterung keinen Abbruch.

Am 25. September 2007 folgte Halo 3. Für die Xbox 360 war es das erste große Halo der neuen Generation, nachdem Halo 2 noch für die Original-Xbox erschienen war. Die Erwartungen waren enorm, denn der Vorgänger hatte die Geschichte um Master Chief mit einem Cliffhanger beendet. Halo 3 löste dieses Versprechen ein und lieferte einen Abschluss, der als einer der wenigen gelungenen Enden einer großen Saga gilt.

Am 10. Oktober 2007 veröffentlichte Valve The Orange Box – eine Sammlung, die mit Half-Life 2, Episode 1, Episode 2, Portal und Team Fortress 2 gleich fünf vollwertige Spiele in einem Paket für 60 US-Dollar vereinte. Während andere Publisher die Titel einzeln verkauft hätten, bündelte Valve sie ohne Aufpreis. Bis heute gilt dieses Paket als beispiellos in der Branche.

Am 5. November 2007 erschien Call of Duty 4: Modern Warfare. Der Shooter von Infinity Ward verließ erstmals das Setting des Zweiten Weltkriegs und katapultierte die Reihe damit endgültig in die oberste Liga der Videospiel-Franchises. Sowohl die Kampagne als auch der Mehrspielermodus legten das Fundament für die folgenden zwei Jahrzehnte der Serie.

Nur acht Tage später, am 13. November 2007, folgte Assassin's Creed. Das Spiel von Ubisoft startete als neue Marke direkt gegen etablierte Größen und setzte sich dennoch durch. Zwar gilt der Erstling heute als schwächster Teil der Reihe, doch die zugrunde liegende Idee des sozialen Stealth-Gameplays überzeugte so sehr, dass daraus eine der größten Spieleserien überhaupt entstand.

Am 20. November 2007 schließlich erschienen gleich zwei weitere Schwergewichte: Mass Effect und Rock Band. Mass Effect etablierte eine neue Science-Fiction-Marke mit tiefgreifenden Entscheidungen und wurde zum Auftakt einer gefeierten Trilogie. Rock Band wiederum wurde zum Inbegriff des Musikspiels und hat bis heute nichts von seinem Charme verloren – einzig die Beschaffung funktionierender Instrumente gestaltet sich inzwischen schwierig.

Die Dichte dieser Veröffentlichungen war kein Zufall. Schon damals ahnten Beobachter, dass eine außergewöhnliche Phase bevorstand. Rückblickend wird deutlich, wie sehr diese Monate die Weichen für die weitere Entwicklung der Branche stellten. Viele der damals eingeführten Ideen prägen Spiele bis heute.

Für die Xbox 360 markierte der Herbst 2007 den Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte. Die Konsole hatte ohne ein großes Halo-Spiel zum Start überzeugt, doch mit Halo 3, BioShock, Mass Effect und den anderen Titeln festigte sie ihre Position als Plattform der Stunde. Die damalige Redaktion des Official Xbox Magazine diskutierte wochenlang über das Spiel des Jahres – am Ende fiel die Wahl auf Rock Band.

Ob eine solche Konzentration herausragender Veröffentlichungen jemals wiederkehrt, ist fraglich. Die damalige Mischung aus technologischem Fortschritt, kreativem Wagemut und einer wachsenden Spielerschaft schuf einen Moment, der sich so wohl nicht wiederholen lässt. Der Herbst 2007 bleibt damit ein Wendepunkt – und für viele Fans der vielleicht beste Jahrgang der Videospielgeschichte.

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