Donald Trump hat einen alten persönlichen Angriff auf Joe Biden wieder aufgenommen. Auf Truth Social veröffentlichte er am 7. August ein Foto des früheren Präsidenten beim Golf und schrieb dazu: „Biden isn’t even a 100 Handicap.“
Der Satz bezieht sich auf eine Rivalität, die schon im US-Wahlkampf 2024 eine überraschend große Rolle spielte. Heute ist die Situation jedoch eine andere: Biden wird wegen metastasiertem Prostatakrebs behandelt, und seine Familie spricht inzwischen offen über die Schmerzen, die die Krankheit verursacht. Boldest Voice berichtet, dass Trumps neuer Spott deshalb nicht mehr nur wie eine Fortsetzung alter Wahlkampf-Rhetorik wirkt. Der Angriff richtet sich zwar ausdrücklich gegen Bidens Golfspiel und nicht gegen seine Krankheit. Der gesundheitliche Zustand des 83-Jährigen lässt sich vom politischen Kontext aber kaum trennen.
Bidens Büro hatte die Diagnose im Mai 2025 öffentlich gemacht. Demnach handelte es sich um einen aggressiven Prostatakrebs mit einem Gleason-Wert von 9, der bereits in die Knochen gestreut hatte. Zugleich wurde erklärt, der Tumor sei hormonsensitiv und daher behandelbar.
Anfang August schilderte Hunter Biden den Zustand seines Vaters deutlich persönlicher. Die Erkrankung verursache erhebliche Schmerzen und sei zunehmend belastend. Biden tritt weiterhin öffentlich auf, doch sein Alltag wird inzwischen sichtbar von der Behandlung geprägt.
Golf war zwischen Trump und Biden schon früher mehr als ein Sportthema. In der TV-Debatte vom Juni 2024 gerieten beide Kandidaten bei einer Frage zu Alter und Fitness in einen Streit über ihre Handicaps. Trump verwies auf eigene Clubmeisterschaften und behauptete, Biden könne einen Ball kaum 50 Yards schlagen. Biden wiederum verwies auf ein früheres Handicap und forderte Trump heraus, seine Golftasche selbst zu tragen.
Damals war die Szene vor allem deshalb bemerkenswert, weil zwei ältere Präsidentschaftskandidaten ihre körperliche Leistungsfähigkeit über einen Golfvergleich demonstrieren wollten. Sie wurde schnell zum Symbol für einen Wahlkampf, in dem Alter und Fitness fast ebenso wichtig waren wie politische Programme.
Heute ist Biden kein Kandidat mehr. Sein Handicap hat keine politische Bedeutung, und seine gesundheitliche Lage ist ernster als in jener Debatte. Genau dadurch bekommt Trumps alte Form der Herabsetzung ein anderes Gewicht.
Bemerkenswert ist auch der Kontrast zu Trumps erster Reaktion auf die Krebsdiagnose. Im Mai 2025 erklärte er, er und Melania seien über die Nachricht traurig, und wünschte Biden eine schnelle und erfolgreiche Genesung.
Der neue Beitrag bedeutet nicht, dass Trump die Krebserkrankung selbst verspottet hat. Er zeigt aber, wie schnell die alte persönliche Rivalität wieder in den Vordergrund gerückt ist. Aus einem Wahlkampfduell über Stärke und Alter ist eine einseitige Fortsetzung geworden: Trump führt die Punkteliste weiter, während Biden mit einer schweren Krankheit lebt.