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Ukraine: Kaum Schutz vor russischen Raketen, Winter verschärft die Lage

Die Ukraine kann sich kaum noch gegen russische Raketen verteidigen, während Russland seine Kamikazedrohnen aufgerüstet hat. Die Erlaubnis zur eigenen Patriot-Produktion weckt Hoffnungen, doch der praktische Nutzen ist begrenzt. Das Land steht vor dem härtesten Winter.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Ukraine kann sich immer weniger gegen russische Luftangriffe schützen. Während die Bestände an Patriot-Flugabwehrraketen zur Neige gehen, hat Russland seine Kamikazedrohnen technisch entscheidend weiterentwickelt. Der bevorstehende Winter dürfte die Lage für die Zivilbevölkerung weiter verschärfen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj konnte nach der UN-Generalversammlung in New York einen diplomatischen Erfolg verkünden: Die US-Regierung hat Kiew die Erlaubnis erteilt, eigene Patriot-Flugabwehrraketen herzustellen. Für die Menschen in der Ukraine ist das ein Hoffnungsschimmer, doch der praktische Nutzen dieser Zusage muss sich erst noch erweisen. Denn die Lizenz gilt nur für Raketen der älteren Version PAC-2, die zur Bekämpfung von Kampfjets ausgelegt sind. Als verlässlichere Abwehrwaffe gegen Russlands Raketen gelten dagegen die PAC-3-Raketen, die ausschließlich in den USA und Japan gefertigt werden.

Die größte Bedrohung bleiben Russlands ballistische Raketen wie die Iskander-M sowie Marschflugkörper wie Kinschal und Zirkon. Gegen sie helfen in der Regel nur Patriot-Raketen. Und da ist die Ukraine inzwischen wohl weitgehend blank, auch wenn Kiew die genauen Bestände geheim hält. Die Lage ist so dramatisch, dass am Montag beim Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel ein Vorschlag diskutiert werden sollte, wonach EU-Verbündete der Ukraine ihren Platz in der Warteschlange für US-Waffen überlassen könnten. Hintergrund ist, dass die USA und ihre Verbündeten in der Golfregion im Krieg gegen den Iran so viele Patriots verschossen haben, dass die Fertigungslinien beim Hersteller Lockheed Martin auf Jahre ausgelastet sind.

Lockheed Martin will die Produktionsrate von etwa 600 PAC-3-Raketen in diesem Jahr auf etwa 2.000 Stück im Jahr 2030 hochfahren. Doch selbst diese Zahl dürfte die globale Nachfrage nicht decken. Kiew steht bei der US-Regierung von Präsident Donald Trump nicht sehr weit oben auf der Liste der wichtigen Verbündeten.

Unterdessen hat Russland seine Kamikazedrohnen aufgerüstet. Die neueste Version Geran-5 basiert auf der iranischen Shahed-Drohne und ist mit einem Düsentriebwerk ausgestattet. Das verleiht ihr eine Geschwindigkeit von bis zu 600 Stundenkilometern – häufig zu schnell für ukrainische Abfangdrohnen. Die ersten Geran-5 kamen erst Anfang des Jahres zum Einsatz, inzwischen gehört der Klang ihres Jet-Antriebs zum Alltag für die Ukrainer. Zwar kann die ukrainische Armee diese Drohnen auch mit Kampfflugzeugen oder mobilen Flugabwehreinheiten abfangen, doch gegen Raketen und Marschflugkörper helfen meist nur Patriot-Systeme.

So dürften viele Ukrainer sehnsüchtig auf den ersten Einsatz des Flugabwehrsystems Freyja warten. Entwickelt wird es von der Firma Fire Point, deren Flamingo-Marschflugkörper bereits regelmäßig gegen Ziele tief in Russland eingesetzt werden. Auch die Langstreckendrohnen FP-1 und FP-2 schlagen immer wieder in russischen Ölraffinerien ein. Mit der FP-9 arbeitet Fire Point an einer ballistischen Rakete, die einen 800 Kilogramm schweren Sprengstoff mehr als 850 Kilometer weit transportieren soll – sie wäre auch für das gut geschützte Moskau eine ernsthafte Bedrohung.

Noch befinden sich die Fire-Point-Raketen in der Entwicklung. Immerhin absolvierte die Firma Anfang Juni einen ersten Testflug mit der Freyja-Rakete FP-7.x. Den ersten Abfangeinsatz unter Gefechtsbedingungen strebt Fire Point für Mitte kommenden Jahres an. Bis zu 2.000 Abfangraketen pro Jahr will die Firma dann herstellen, bei einem Stückpreis von unter einer Million Euro. Zum Vergleich: Eine Patriot-PAC-3-Rakete kostet etwa 3,8 Millionen Euro. Inzwischen beteiligen sich auch mehrere EU-Länder an der Entwicklung des Freyja-Systems.

Technisch werden die Freyja-Raketen allerdings eher den älteren PAC-2-Raketen ähneln. Diese bekämpfen feindliche Flugzeuge oder Hubschrauber mit einem Gefechtskopf, der in der Nähe des Ziels detoniert und eine Splitterwolke erzeugt. Experten gehen daher davon aus, dass Freyja zunächst eine Ergänzung zum Patriot-System sein wird. Langfristig will Fire Point die Freyja-Raketen aber mit einem «Hit-to-Kill»-Gefechtskopf ausstatten, über den auch die PAC-3-Raketen verfügen. Diese zerstören ihre Ziele durch direkte Treffer.

Von diesen Fähigkeiten ist die Ukraine zurzeit weit entfernt. Noch geht es für Kiews Truppen darum, die eigene Bevölkerung mit begrenzten Mitteln so gut es geht gegen Bedrohungen aus der Luft zu schützen – und russische Durchbrüche an der mehr als 1.300 Kilometer langen Frontlinie zu verhindern. Zwar konnten die Verteidiger zuletzt kleinere Erfolge erzielen, doch die Zivilbevölkerung in den frontnahen Städten und in Kiew ist dem russischen Terror inzwischen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Der Winter steht bevor – die härteste Zeit für das Land.

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