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Gears of War: E-Day: Entwickler rechnen nach Crunch mit Entlassungen

Die Entwickler von Gears of War: E-Day haben monatelang Überstunden gemacht und befürchten nun, dass nach der Veröffentlichung des Spiels Entlassungen folgen könnten. Das berichtet Eurogamer unter Berufung auf Mitarbeiter von The Coalition.

Die Entwickler von Gears of War: E-Day blicken der bevorstehenden Veröffentlichung des Spiels mit gemischten Gefühlen entgegen. Nach monatelangen Überstunden und angesichts neuer Entlassungswellen bei Microsoft fürchten viele Mitarbeiter von The Coalition, dem für die Gears-of-War-Reihe zuständigen Studio, um ihre Jobs. Das geht aus einem Bericht von Eurogamer hervor, der sich auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen innerhalb des Studios beruft.

Demnach herrscht bei The Coalition eine ungewöhnlich gedrückte Stimmung. «Die Stimmung ist sicherlich: Lasst uns das Spiel nicht feiern, bis wir drei Monate nach dem Launch sind, nur für den Fall», zitiert Eurogamer einen Mitarbeiter. Ein anderer sagte: «Wir erwarten einfach die nächste Welle oder dass wir später in diesem Jahr unter Activision neu organisiert werden oder so etwas.» Normalerweise sei die Stimmung kurz vor Fertigstellung eines großen Titels euphorisch – doch die anhaltenden Unsicherheiten bei Microsoft trüben die Vorfreude erheblich.

Hintergrund ist eine umfassende Umstrukturierung bei Xbox. Xbox-Chefin Asha Sharma hatte im Juli einen Plan vorgestellt, nach dem in diesem Jahr 3.200 Stellen im Unternehmen gestrichen werden sollen. Die ersten 1.600 Entlassungen wurden bereits angekündigt. Im vergangenen Monat folgte eine zweite Runde, begleitet von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen: Halo Studios wurde verkleinert, und die Halo-Marke ging an Activision über, das künftig auch das britische Traditionsstudio Rare betreut. The Coalition, das seit fünf Jahren an E-Day arbeitet, fühlte sich wegen der Arbeit an einem so hochkarätigen Projekt bislang vergleichsweise sicher vor Kürzungen – doch diese Gewissheit ist nun dahin.

Besonders verstörend wirkte auf die Belegschaft die Entlassung von Juan Vaca, dem Story-Director von Gears of War: E-Day. Er wurde nur zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Spiels entlassen. «Ich kann mir den Herzschmerz kaum vorstellen, jahrelang an einem Spiel zu arbeiten und dann die letzte Etappe zu verlieren, völlig außerhalb der eigenen Kontrolle», sagte eine Quelle. Ein anderer Mitarbeiter verglich die Situation mit einer geplanten Familienfeier: «Es ist, als hätte man ein Jahr lang ein Essen für die ganze Familie geplant, und am Tag selbst wird man aus dem Gebäude ausgesperrt und kann nicht teilnehmen.»

Microsoft wollte sich auf Anfrage von Eurogamer nicht offiziell äußern. Dem Bericht zufolge erkennt das Unternehmen jedoch an, dass die Mitarbeiter hart an der Fertigstellung von E-Day gearbeitet haben. Die zusätzlichen Überstunden, die sogenannte Crunch-Phase, sollen durch zusätzlichen Urlaub ausgeglichen werden. Wann genau die letzte Entlassungsrunde dieses Jahres bei Xbox stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.

Selbst wenn The Coalition signalisiert bekommen sollte, vorerst sicher zu sein, dürften viele Beschäftigte kaum Erleichterung verspüren. «Es ist schwer, der Microsoft-Führung noch irgendetwas zu glauben, nachdem Mitarbeiter auf diese Weise abserviert wurden», sagte ein Mitarbeiter. Die Skepsis ist tief. Microsoft-CEO Satya Nadella hatte die Xbox-Entlassungen zuletzt als «Streamlining» bezeichnet – ein Begriff, der bei den Betroffenen auf wenig Verständnis stößt.

Für die Spielerinnen und Spieler bedeutet die unruhige Lage bei The Coalition vor allem eines: Die Zukunft der Gears-of-War-Reihe nach E-Day ist ungewiss. Das Spiel selbst mag technisch überzeugen, doch die Menschen, die es entwickelt haben, wissen nicht, ob sie beim nächsten Projekt noch dabei sein werden. Die Veröffentlichung von Gears of War: E-Day steht unmittelbar bevor – ob die Entwickler danach Grund zum Feiern haben, ist offen.

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