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Messner warnt vor Massentourismus in den Dolomiten und fordert Buchungssystem

Der Bergsteiger Reinhold Messner sieht die Dolomiten durch Influencer und unkontrollierten Tourismus bedroht. Er fordert ein Buchungssystem für die Alpen, um die Natur zu schützen.

Messner schlägt Alarm: „Die Berge sind zu einem Konsumgut geworden“ – und hat einen Plan
Messner lässt Dolomiten von einer Ehrengarde bewachen – jeder Gipfelstürmer muss jetzt an einer Zeremonie teilnehmen
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Der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner schlägt Alarm: Die Berge seien zu einem Konsumgut geworden, sagt er und warnt vor den Folgen des ungebremsten Tourismus in den Dolomiten. Besonders Influencer, die in den sozialen Medien für immer neue Besucherströme sorgen, schaden der Bergwelt nach seiner Einschätzung mehr, als sie nützen. Messner fordert deshalb ein verbindliches Buchungssystem für die Alpen, um den Andrang zu steuern und die empfindliche Natur zu entlasten.

Der 81-Jährige kennt die Dolomiten wie kaum ein anderer. Als erster Mensch bestieg er 1978 den Mount Everest ohne Sauerstoffflasche, später durchquerte er die Antarktis und Grönland. Seit Jahrzehnten setzt er sich für einen respektvollen Umgang mit der Bergwelt ein. Was ihn heute beunruhigt, ist nicht der einzelne Wanderer, sondern die Masse: Ganze Reisegruppen würden mit Bussen in Täler gefahren, die dafür nicht ausgelegt sind. Parkplätze, Wege und Hütten gerieten an ihre Grenzen.

Ein zentraler Punkt seiner Kritik sind die sozialen Medien. Influencer präsentieren die Dolomiten als Kulisse für perfekte Fotos. Wer diese Bilder sieht, will selbst dorthin. Die Folge sind Staus auf den Passstraßen, überfüllte Wanderwege und Müll in der Landschaft. Messner sieht darin eine Entwicklung, die den Charakter der Berge verändert. Die Dolomiten seien kein Freizeitpark, sondern ein empfindliches Ökosystem, das Zeit brauche, um sich zu erholen.

Sein Vorschlag: ein Buchungssystem, ähnlich wie es Museen oder manche Nationalparks bereits nutzen. Wer in bestimmte Gebiete einreisen oder dort übernachten will, müsste vorab einen Platz reservieren. Auf diese Weise ließe sich die Zahl der Besucher pro Tag begrenzen. Messner geht es nicht darum, Menschen vom Berg fernzuhalten. Er will den Tourismus vielmehr so lenken, dass Natur und Einheimische nicht überlastet werden.

In Südtirol und den angrenzenden Regionen wird seit Jahren über Overtourism diskutiert. Die Dolomiten gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Das lockt zusätzliche Besucher an. Gemeinden und Tourismusverbände suchen nach Wegen, die Besucherströme besser zu verteilen. Ein Reservierungssystem für besonders beliebte Ziele wird dabei immer wieder ins Gespräch gebracht. Messner bringt nun eine prominente Stimme in diese Debatte ein.

Ob sein Plan umgesetzt wird, ist offen. Ein solches System müsste grenzüberschreitend funktionieren, denn die Dolomiten liegen in mehreren italienischen Provinzen. Auch der Widerstand in der Tourismusbranche dürfte groß sein. Hotels, Hüttenwirte und Bergbahnen leben von Gästen. Messner weiß das. Doch für ihn steht fest: Ohne Regeln werden die Berge ihren Zauber verlieren. «Die Berge sind zu einem Konsumgut geworden», sagt er. Sein Buchungssystem soll verhindern, dass sie daran zugrunde gehen.

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