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Maximalismus statt Basics: Was Modefans im Herbst 2026 wirklich tragen

Der Herbst 2026 steht im Zeichen des Maximalismus: Statt schlichter Basics setzen Modebegeisterte auf opulente Silhouetten, kräftige Farben und rebellische Details. Eine neue Generation von Designerinnen und Designern verbindet historische Einflüsse mit Y2K-Ästhetik – und macht Nachhaltigkeit zum Statement.

Schlichte Basics waren gestern. Für den Herbst 2026 setzen Modebegeisterte auf Maximalismus: opulente Silhouetten, kräftige Farben und rebellische Details. Statt neutraler Grundgarderobe dominieren auffällige Stücke, die Persönlichkeit zeigen und bewusst mit Konventionen brechen. Dieser Trend zieht sich durch die Kollektionen und prägt die Garderobe einer jungen, modeaffinen Generation.

Ein Beispiel für diese neue Richtung lieferte das Debüt von Designerin Ella Mae Jepsen bei der New York Fashion Week. Für ihre Spring-2027-Kollektion ließ sie sich von zwei ungewöhnlichen Museen inspirieren: Marie Antoinette und Snooki. Was auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt, ergibt für Jepsen eine logische Verbindung – beide stehen für einen Hang zum Maximalismus, der als Grundlage ihrer Entwürfe diente. «Ich habe diese beiden Musen zusammengebracht und daraus etwas Sandiges, Strandiges – aber auch ein heißes, verschwenderisches und dekadentes Rebellenmädchen – gemacht», erklärte die Designerin nach der Show.

Die Präsentation begann mit Silhouetten des 18. Jahrhunderts, neu interpretiert in zeitgenössischen Stoffen, und steigerte sich zu Looks in knalligen Pink- und Grüntönen. Diese Fusion aus Alt und Neu zeigt sich in tief sitzenden Caprihosen, die wie Korsetts geschnürt sind, und einem schulterfreien T-Shirt mit der Aufschrift «Earth Our Mother, take care». Immer wieder setzte Jepsen auf raffinierte Einblicke – Momente, die bewusst Haut zeigen und das Publikum begeisterten. «Als ich backstage hörte, wie die Menge ausflippte, weil ihr Hintern zu sehen war, war das wirklich aufregend», sagte sie.

Doch hinter dem rebellischen Auftreten steckt mehr: Die Marke verfolgt eine «Earth-first»-Philosophie, die auf Jepsens Studium der Natur-, Kultur- und Nachhaltigkeitswissenschaften am Rhode Island School of Design zurückgeht. «Dieses Rebellenmädchen ist auch jemand, der für die Erde kämpft, denn darum geht es bei Ella Mae», betonte die Designerin. In den Show-Notizen heißt es augenzwinkernd: «Rettet die Erde, denn sie ist der einzige Ort, an dem man Lippenstift kaufen kann.»

Die Accessoires der Kollektion unterstreichen den maximalistischen Ansatz: große Wickelsonnenbrillen, gerüschte Strumpfbänder und gelegentlich eine krönende Feder. «Wenn man die Dinge genauer betrachtet, sieht man unsere dünnen Riemen, schönen Stoffe und viel Webarbeit», so Jepsen. Auch mit Metallguss experimentierte sie – ein Verfahren, bei dem eine detaillierte Form eines Peace-Zeichens entstand, das sich als Motiv durch die Looks zieht.

Der Trend zum Maximalismus beschränkt sich nicht auf den Laufsteg. Er spiegelt ein wachsendes Bedürfnis junger Menschen wider, sich kreativ auszudrücken und Kleidung als Statement zu nutzen. Statt sich an minimalistischen Grundgarderoben zu orientieren, kombinieren Modefans historische Referenzen, Y2K-Einflüsse und nachhaltige Materialien zu individuellen Looks. Die Botschaft: Mode darf wieder Spaß machen, provozieren und Geschichten erzählen – ohne dabei die Verantwortung für den Planeten zu vergessen.

Für den Herbst 2026 bedeutet das konkret: Wer auffallen will, greift zu opulenten Stoffen, ungewöhnlichen Proportionen und mutigen Farben. Basics bleiben höchstens die Basis – das eigentliche Statement entsteht durch die Kombination und den bewussten Bruch mit dem Erwartbaren.

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