Wireva

Google startet KI-Spieleplattform Playground

Google hat mit Playground eine browserbasierte KI-Plattform veröffentlicht, auf der Nutzer ohne Programmierkenntnisse eigene Spiele erstellen, spielen und teilen können. Erste Tests zeigen jedoch deutliche Schwächen bei Grafik und Umsetzung.

Google hat mit Playground eine neue browserbasierte Plattform vorgestellt, die es Nutzern ermöglichen soll, eigene Spiele mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu erstellen, zu spielen und zu teilen. Das Unternehmen bezeichnet das Angebot zunächst als Experiment. Unterstützung für Unity Spark soll zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sobald Nutzer Gefallen an der Spieleerstellung finden.

Google bewirbt Playground als einen Schritt hin zu mehr Demokratisierung der Spieleentwicklung. Die Plattform senke die Hürden für die Kreation, sodass Spielideen nun so einfach umgesetzt werden könnten, wie man sie mit ein paar Eingabeaufforderungen beschreibe. Programmierkenntnisse seien nicht erforderlich. Damit positioniert sich Google in einem Markt, der stark von Roblox geprägt ist. Auch Xbox-Chefin Asha Sharma soll ähnliche Ambitionen mit Minecraft verfolgen.

Die erste Version von Playground wirkt allerdings wenig ausgereift. Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen den Vorschaubildern und der tatsächlichen Spielgrafik. Ein Beispiel ist Volcano Run: Das Titelbild zeigt einen Sportwagen auf einer einstürzenden Straße, während das eigentliche Spiel ein rudimentäres rechteckiges Motorrad in einer an Tron erinnernden Umgebung darstellt. Ein weiteres Unity-Spark-Spiel namens Horror Story beginnt damit, dass Spieler einem Geist in ein Spukhaus folgen. Die Animation, mit der sich der Geist durch das Haus bewegt, gehört zu den unfreiwillig komischsten Szenen, die man in jüngster Zeit in einem Spiel gesehen hat.

Die bislang vielversprechendste Erfahrung ist Steampunk Match, ein Match-3-Puzzle, bei dem Spieler durch Kombinationen verhindern müssen, dass ein Kessel explodiert. Dieses Spiel funktioniert deutlich besser als andere Versuche, etwa das Action-RPG Catacombs. Wer selbst ein Spiel für Playground erstellen möchte, soll laut Google bald die Möglichkeit dazu erhalten. Bis dahin können Interessierte ihr Google-One-Abo upgraden, um sofort starten zu können.

Die Plattform ist Teil von Googles erneutem Vorstoß in den Gaming-Bereich. Zwar wurde der Cloud-Gaming-Dienst Stadia eingestellt, doch das Unternehmen hält an Gaming-Ambitionen fest. Playground reiht sich in eine wachsende Zahl von KI-gestützten Kreativwerkzeugen ein, die Nutzern ohne technische Vorkenntnisse die Erstellung von Inhalten ermöglichen sollen. Ob das Experiment den eigenen Ansprüchen gerecht wird, bleibt angesichts der ersten Ergebnisse abzuwarten.

Same event, other desks

Story file →