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Activision: GTA 6 wird Modern Warfare 4 nicht schaden

Activision glaubt, dass GTA 6 und Modern Warfare 4 sich gegenseitig befeuern. Marketingchef Tyler Bahl erklärt, warum der Release von Rockstars Blockbuster im November 2026 auch Call of Duty zugutekommt.

Activision sieht dem Release von GTA 6 im November 2026 gelassen entgegen. Statt den eigenen Shooter Call of Duty: Modern Warfare 4 zu verdrängen, werde Rockstars Open-World-Epos der Marke sogar helfen. Das erklärte Activisions Chief Marketing Officer Tyler Bahl in einem Interview mit The Game Business.

Bahl wurde gefragt, ob die zeitgleiche Veröffentlichung von GTA 6, dem Nintendo-Switch-2-exklusiven Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Modern Warfare 4 im November einen «Barbenheimer»-Moment für Videospiele auslösen könnte, bei dem Call of Duty untergeht. Der Marketingchef widersprach deutlich: «No offense to Zelda, aber GTA und COD sind die zwei größten Spiele des Jahres», sagte er. Mehr Spieler, die ihre Konsolen entstauben und wieder ins Dashboard einsteigen, bedeuteten am Ende mehr Aufmerksamkeit für alle – auch für Call of Duty.

Der Activision-Manager verwies auf den Netzwerkeffekt, den ein so großer Titel wie GTA 6 mit sich bringt. Wenn mehr Menschen ihre PlayStation 5 oder Xbox Series X und S einschalten, um GTA 6 zu spielen, steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie anschließend zu anderen Spielen greifen. «Mehr Leute, die über Spiele reden, mehr Presse – das ist gut für alle, nicht nur für uns», so Bahl. Die erhöhte Aufmerksamkeit für die gesamte Branche sei ein Vorteil, kein Nachteil.

Als entscheidenden Unterschied zu GTA 6 nennt Bahl das soziale Erlebnis von Call of Duty. Die eigene Forschung zeige, dass nicht die Schießmechanik oder der Kampf die Spieler am stärksten binde, sondern die Möglichkeit, Zeit mit Freunden zu verbringen. «Wenn wir unsere Forschung anschauen und fragen: Was ist das Spannendste an unseren Spielen? Ist es der Gunplay? Dann ist es tatsächlich: Zeit mit Freunden verbringen», sagte er. Dieses Gemeinschaftsgefühl mache Call of Duty einzigartig – plattformübergreifend von Switch 2 über PC bis Xbox und PlayStation.

Modern Warfare 4 muss nach dem kommerziellen Misserfolg von Black Ops 7 im vergangenen Jahr liefern. Bahl räumte ein, dass die Strategie, Sub-Marken direkt hintereinander zu veröffentlichen – Modern Warfare 2 und 3, dann Black Ops 6 und 7 –, nicht aufgegangen sei. Die Community habe etwas Frisches gewollt. «Das war nicht das, wonach unsere Community gesucht hat. Sie wollten etwas Neues und Frisches», sagte er. Die tonalen Unterschiede und neuen Features hätten die Erwartungen nicht erfüllt.

Für die Zukunft kündigte Activision bereits eine neue Sub-Franchise an. Treyarch, das Studio hinter Black Ops, arbeitet laut eigener Aussage an etwas Neuem. Modern Warfare 4 soll die aktuelle Ära der Sub-Marke abschließen. «Wo wir mit zukünftigen Spielen hingehen, müssen wir innovieren», betonte Bahl. Das Publikum wolle Neues, Besseres oder Anderes. Die Landschaft verändere sich rasant, Geschmäcker wandelten sich, und Spiele entstünden heute über Nacht.

Modern Warfare 4 startet bereits morgen mit dem Early Access der Kampagne. Der offizielle Release ist für den 23. Oktober geplant. Das Ocarina-of-Time-Remake erscheint am 5. November, GTA 6 folgt am 19. November. Activision setzt darauf, dass die Nähe zu GTA 6 und Zelda die Aufmerksamkeit für Modern Warfare 4 eher vergrößert als schmälert.

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